ABN Ambro One gewinnt Ocean Race

2. Juni 2006, 17:16
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"Fliegende Holländer" nach sechstem Etappensieg vorzeitig Gesamtsieger - Moviestar-Mannschaft musste von Bord

Valencia - Mit ihrem sechsten Etappentriumph sicherte sich das niederländische Team ABN Amro One in der Nacht zum Sonntag den vorzeitigen Gesamtsieg im Volvo Ocean Race. Das vom Argentinier Juan Kouyoumdjian entworfene Boot hatte die Flotte der sieben teilnehmenden Hightech-Yachten seit Start des Rennens um die Welt am 5. November 2005 im spanischen Sanxenxo dominiert. Es erreichte die britische Hafenstadt Portsmouth wieder als erste vor der schwedischen Ericsson und der US-Yacht Black Pearl.

Am Segler-Everest

"Es war ein unglaubliches Rennen mit einem unglaublichen Team", sagte Skipper Mike Sanderson (Neuseeland), "für mich ist dieser Sieg wie eine olympische Medaille, wie die Bezwingung des Everest. Es ist der Traum meiner Kindheit, ein Boot im Ocean Race zu steuern und zu gewinnen". Sanderson lobte auch sein Design-Team und die Bootsbaumannschaft: "Juan Kouyoumdjian und Killian Bushe haben uns exakt das gegeben, worum wir sie gebeten haben: ein sehr besonderes Boot."

Eine Feier aber wird es in Portsmouth nicht geben. Der am vergangenen Donnerstag im Ocean Race ums Leben gekommene 32-jährige Niederländer Hans Horrevoets war als Crew-Mitglied der ABN Amro Two ein Teamkamerad der Sieger. "Hans war ein sehr erfahrener und großartiger Segler", sagte Sanderson, "wir werden ihn schmerzlich vermissen. Wir mussten einfach weitersegeln und diese Etappe und das Rennen gewinnen. Hans hätte das so gewollt."

Moviestar-Mannschaft musste Boot verlassen

Nach dem tragischen Tod des Niederländers wird das Ocean Race von einem, wenn auch weit glimpflicherem, Zwischenfall überschattet. Bouwe Bekkings Mannschaft der spanischen "Movistar" musste am Sonntag rund 300 Seemeilen vor dem Festland der südenglischen Küste bei Land's End ihre Yacht verlassen.

Die zehnköpfige Crew stieg in das Rettungsboot um und wurde von der jungen Mannschaft der "ABN Amro Two" aufgenommen, auf deren Boot Horrevoets seine letzte Reise angetreten hatte. Die Crew von Skipper Sebastien Josse war bereits am Samstagabend in Alarmbereitschaft versetzt worden und führte die Rettungsmission fehlerlos aus.

Yacht aufgegeben

Angesichts eines erwarteten Sturms mit Windstärke zehn bis elf hatte Bekking sich dazu entschlossen, die Yacht aufzugeben. Zuvor waren bereits Probleme an der Schwenkkiel-Aufhängung und ein Leck aufgetreten. Inzwischen wurde die HMS Mersey, ein hochseetaugliches Boot der britischen Navy, in Richtung der "ABN Amro Two" geschickt. (APA/dpa)

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    Der siegreiche Skipper Mike Sanderson.

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