WTO-Streit: EU erwägt Reduktion der Agrarsubventionen

9. Juni 2006, 15:46
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Sprecher von EU-Handelskommissar Peter Mandelson: "Unter den passenden Umständen können wir auf den Vorschlag der G-20 zugehen"

Brüssel - Die Europäische Union erwägt tiefere Einschnitte bei den umstrittenen Agrarsubventionen als bisher geplant. Ein Sprecher von EU-Handelskommissar Peter Mandelson sagte am Freitag, die EU sei bereit, den Forderungen von Entwicklungsländern in der G-20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ein Stück weit entgegenzukommen. "Unter den passenden Umständen können wir auf den Vorschlag der G-20 zugehen, ihn aber sicher nicht ganz erfüllen", sagte der Sprecher.

Der Streit um die Agrarzölle behindert seit längerem die Gespräche der Welthandelsorganisation (WTO) zur Liberalisierung des Welthandels. Die EU und die USA stehen unter massivem Druck der 150 WTO-Mitglieder, mehr Zugeständnisse im Agrarhandel zu machen. Von der EU fordern die Mitglieder, deutlichere Einschnitte bei den Einfuhrzöllen zu machen.

Die WTO-Länder versprechen sich von einer Liberalisierung des Welthandels massive Wohlfahrtsgewinne für Industrie- und Entwicklungsländer. Im Jahr 2007 läuft in den USA ein Mandat für Präsident George W. Bush aus, ohne größere Eingriffe des Kongresses WTO-Abkommen zu schließen. Damit ein Abkommen vor dieser Frist vollständig ausgearbeitet werden kann, müsste bis Juli 2006 eine Einigung erzielt werden. (APA/Reuters)

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