Haider schlägt dreisprachige Ortstafeln vor

3. Juni 2006, 21:41
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Liberale EU-Abgeordnete zu Besuch in Klagenfurt

Klagenfurt - Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B) hat am Samstag dreisprachige Ortstafeln als mögliche Lösung der Ortstafelfrage vorgeschlagen. Man könne sich mit Slowenien und Friaul auf einen Minderheiten-Prozentsatz einigen und in allen betroffenen Gemeinden aller drei Regionen dreisprachige Bezeichnungen anbringen, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit einer Delegation liberaler EU-Abgeordneter in Klagenfurt.

Karin Resetarits, die slowenische EU-Abgeordnete Mojca Drcar Murko und der Finne Henrik Lax hatten am Vormittag ein Gespräch mit Haider über die Situation der Volksgruppe in Kärnten geführt. Haider hob vor allem die Leistungen des Landes im Bereich des zweisprachigen Kindergarten- und Schulwesens hervor, in Wahrheit sei lediglich die Frage der Ortstafeln nicht gelöst. "Es gibt aber von unserer Seite das nachhaltige Bemühen um eine Lösung."

Resetarits erklärte, man wolle sich an Ort und Stelle ein Bild machen, da der "Blick von außen" nicht immer zielführend sei. Erfreut zeigte sie sich über die hohe Akzeptanz des zweisprachigen Unterrichts in Kärnten. Sie wolle in diesem Zusammenhang einen Appell an alle in Österreich richten, ihre Kinder zumindest eine Sprache eines Nachbarlandes lernen zu lassen. Dies sei entscheidend für die künftigen Chancen der Jugend, am Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.

Lax appellierte an die Mehrheitsbevölkerung, gegenüber der Minderheit Solidarität, Toleranz und Generosität zu üben. Als Finnlandschwede könne er eines mit Sicherheit sagen: "Ein zweisprachiges Land ist stärker als ein einsprachiges."

Auf die Statistik, die einen Rückgang der slowenischsprachigen Bevölkerung in Kärnten ausweist, bezog sich Murko. Dies beweise, dass auch festgeschriebene Rechte einer Volksgruppe diese nicht vor Assimilation schütze. Man müsse daher Schritte zur Aufrechterhaltung der Identität der Volksgruppe setzen. Dabei seien zweisprachige Ortstafeln ein "sichtbares Zeichen", daher müsse das VfGH-Erkenntnis in vollem Umfang umgesetzt werden.

Die Delegation fuhr am Nachmittag weiter nach Südkärnten. Dort standen Gespräche mit Bürgermeistern betroffener Gemeinden sowie mit Volksgruppenvertretern auf dem Programm. (APA)

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