UNO: Sterberaten in Darfur könnten sich bald vervielfachen

21. Juni 2006, 15:48
posten

Egeland: Angriffe auf Mitglieder von Hilfsorganisationen unvermindert fortgesetzt

New York - Das Schicksal von Millionen Menschen in der sudanesischen Krisenregion Darfur wird sich nach Ansicht der Vereinten Nationen in den nächsten Wochen entscheiden. "Entweder wir schaffen es, den Wiederaufbau anzugehen, oder wir werden einen Kollaps unserer Bemühungen um Sicherheit und Hilfe für die Menschen beobachten", sagte UNO-Nothilfe-Koordinator Jan Egeland am Freitag. Die Sterbezahlen in einigen Gegenden könnten sich innerhalb von Wochen vervielfachen.

Die Angriffe auf Mitglieder von Hilfsorganisationen würden unvermindert fortgesetzt, der Zugang zum Gebiet bleibe schwierig. Die schlecht ausgestatteten Soldaten der Afrikanischen Union (AU) bräuchten umgehend Hilfe, sagte Egeland. Auch müssten mehr Gelder aus dem Ausland kommen, vor allem von den Golfstaaten.

Keine Sekunde verlieren

Auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte zuvor eindringlich zu sofortigen Hilfen für Darfur aufgerufen. "Die Region erlebt gerade die größte humanitäre Krise des gesamten Planeten", erklärte Annan. Hunderttausenden Menschen drohe der Tod durch Hunger, Krankheiten und Mangelernährung, sollten Hilfsorganisationen nicht sofort massiv unterstützt werden. "Es gilt, keine Sekunde zu verlieren", so Annan.

In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellen gegen die Regierung in Khartum. Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht. Die Afrikanische Union, die zur Überwachung eines Waffenstillstandes 7000 Soldaten in die Region entsandt hat, konnte Übergriffe der Milizen auf Zivilisten keinen Einhalt gebieten. Anfang Mai unterzeichneten die sudanesische Regierung und die größte Rebellengruppe schließlich ein Friedensabkommen. Zwei weitere Gruppen verweigerten sich jedoch bisher der Einigung. Das Friedensabkommen wird von Beobachtern und Vermittlern als einzige Möglichkeit für ein Ende des Krieges gesehen. (APA/Reuters)

Share if you care.