Westenthaler: "Ich trete an"

22. Mai 2006, 16:34
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BZÖ-Spitzenkandidat will Wiedervereinigung mit der FPÖ: bei Wahl im Herbst treten aber beide Parteien jedenfalls getrennt an

Wien - Der frühere FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler wird das BZÖ in die Nationalratswahlen führen. "Ja, ich bin bereit und werde als Spitzenkandidat des BZÖ bei der Wahl im Herbst antreten", sagte der 38-jährige Wiener der "Krone" (Sonntag-Ausgabe). BZÖ-Chef Jörg Haider bestätigte, dass er Westenthaler am Montag in den Parteigremien für das Amt vorschlagen werde. Die ÖVP bekräftigte indes ihr Nein zu einem Regierungsamt für Westenthaler.

Erstes Ziel sei die Legitimierung des BZÖ durch den Wähler, "so dass es entsprechend viele Stimmen bekommt, um ins Parlament einzuziehen zu können", sagte Westenthaler der "Kronen Zeitung". Dazu sei jetzt "die Bündelung aller verfügbaren Kräfte notwendig". Habe man dieses erste Ziel erreicht, dann werde es darum gehen, das freiheitliche Lager wiederzuvereinen.

Westenthaler war im Herbst 2002 nach parteiinternen Konflikten als FPÖ-Klubobmann zurückgetreten. Damals nahmen auch Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser den Hut. Es folgten vorgezogene Neuwahlen mit einem ÖVP-Erdrutschsieg und einer Neuauflage des schwarz-blauen Bündnisses. Westenthaler war danach Vorstand der Fußball-Bundesliga und Manager im Magna-Konzern. Seit der BZÖ-Gründung vor einem Jahr wurde wiederholt über ein Polit-Comeback Westenthalers spekuliert.

Haider bestätigt

"Ich werde Westenthaler am Montag in der Vorstandssitzung des Bündnisses für den Spitzenkandidaten vorschlagen", sagte der Kärntner Landeshauptmann Haider am Samstagabend. Die "Kronen Zeitung" zitierte den starken Mann des BZÖ mit den Worten, er gehe davon aus, dass Vizekanzler Hubert Gorbach (B) den Weg für Westenthaler frei machen wird. Gorbach habe das "versprochen, sich aber ausbedungen, den Zeitpunkt seines Abgangs, wie man weiß in die Privatwirtschaft, selbst bestimmen zu können".

Molterer: Vizekanzler in der Verfassung "nicht zwingend vorgesehen"

ÖVP-Klubchef Wilhelm Molterer beharrte dagegen in der Zeitung auf dem Standpunkt, dass eine Regierungsumbildung "nicht notwendig" sei. Sollte Gorbach tatsächlich ausscheiden, was Molterer "sehr bedauern" würde, könnten Staatssekretäre das Infrastrukturministerium bis zur Wahl führen. Ein Vizekanzler sei "in der Verfassung nicht zwingend vorgesehen".

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky erteilte einer Wiedervereinigung mit dem BZÖ eine klare Absage. "Wir wollen mit diesen Herrschaften genauso wenig zu tun haben wie die Wähler, die bislang dem BZÖ bei jeder Wahl eine rüde Abfuhr erteilt haben. Wenn Westenthaler sich mit wem vereinigen will, dann bietet sich die ÖVP mit Schüssel geradezu an. Dort sind er und Haider am richtigen Platz." Westenthaler sei ein "Mann der gebrochenen Versprechen". Während seiner politischen Tätigkeit seien Zuwanderung und Arbeitslosigkeit "rasant gestiegen". (APA)

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    Westenthaler mit Jörg Haider (Archivbild aus dem Jahr 2002)

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    Peter Westenthaler in Orange am Laufsteg bei der Charity-Prominenten-Modeschau zu Gunsten der Wiener Krebshilfe.

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