Apple geht mit erfolgreichem Store-Konzept an Fifth Avenue

31. Juli 2006, 14:35
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An New Yorks nobelster Adresse eröffnete jetzt ein gläserner Tempel des "Cult of Mac" - Auch der alte Kontinent soll bald beglückt werden

Seit Freitagabend, 18 Uhr Ortszeit, haben Mac-User und wahrscheinlich so manche Shoppingtouristen in New York einen neuen Tempel der Huldigung: An der besten Adresse von New York, der Fifth Avenue bei Bergdorf Goodman und Central Park setzte sich Apple-Chef Steve Jobs ein Denkmal seiner erfolgreichen Retail-Strategie. Ein gläserner Kubus, der an I.M. Peis gläserne Pyramide vor dem Louvre in Paris erinnert und angeblich von Jobs selbst entworfen wurde, ist der Zugang zum unterirdischen Store. 24 Stunden am Tag ist geöffnet.

Erfolgreich

Entgegen den Unkenrufen von Branchenbeobachtern sind die Apple Stores, deren erster 2001 bei Washington, D.C. geöffnet wurde, ein kommerzieller Erfolg geworden – in einer Zeit, da Konkurrenten wie Gateway ihre eigenen Geschäfte zusperrten. 17 Prozent von Apples gesamtem Umsatz im vergangenen Jahr, 2,35 Mrd. Dollar (1,84 Mrd. Euro), kamen aus den Kassen der großzügig ausgestatteten Geschäfte, die zum Verweilen und nicht nur zum Kaufen einladen. Apple Stores, für deren Großzügigkeit Ron John son von der Modekette Target sorgte, sollen ein Ort der Begegnung mit einer Marke sein, deren Produkte sich vor dem Jahr 2000 in immer kleinere Nischen in Elektronikmärkte gedrängt sahen, wo unwissende Verkäufer selten Auskunft geben konnten – umso weniger Motivation zum Kauf.

Jetzt gibt es hier nicht nur alle Produkte von Apple und anderen Herstellern zum Ausprobieren, Besucher kommen auch, um Mails zu checken, in kinoartigen Bereichen Software-Demos anzuschauen oder an der "Genius-Bar" kleinere und größere Probleme durch Experten gelöst zu bekommen und mit anderen Usern zu tratschen – eigent lich fehlt nur ein Kaffeehaus.

Europa

Der Apple Store an der Fifth Avenue ist der 147. der Kette und Apples zweiter in Man hattan. Zuletzt hat Apple die Weichen gestellt, um auch außerhalb der USA eigene Geschäfte aufzubauen. In Japan, Kanada und Großbritannien wurden bereits Stores eröffnet, Italien, Frankreich und Deutschland werden an der Gerüchtebörse für den nächsten Schritt gehandelt. (spu, DER STANDARD Printausgabe, 20 Mai 2006)

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