GPA übt Kritik an Situation atypisch Beschäftiger

1. Juni 2006, 13:51
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Bereits 100.000 Menschen arbeiten in Österreich als freie Dienstnehmer und neue Selbstständige, Tendenz steigend

Wien - Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) hat erneut kritisiert, dass die zunehmende Zahl atypisch Beschäftigter Flexibilität auf Kosten der Arbeitnehmer bedeute. Bereits 100.000 Menschen arbeiten in Österreich als freie Dienstnehmer und neue Selbstständige, die Tendenz sei steigend, so die GPA am Freitag. Zur Verbesserung der Situation von atypisch Beschäftigten werden die Gleichstellung im Arbeits- und Sozialrecht und Mitbestimmungsmöglichkeiten auf betrieblicher und kollektivvertraglicher Ebene gefordert.

Deckmantel der Flexibilität

Immer mehr Unternehmen umgehen arbeits- und sozialrechtliche Standards und sparen Kosten zu Lasten der Beschäftigten unter dem Deckmantel der Flexibilität, so die Gewerkschaft. Für die so genannten "Freien" hingegen bedeute diese Flexibilität die Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Unternehmen, keine existenzielle Absicherung bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit und eine unsichere und prekäre Einkommenssituation. "Durch den starken Wettbewerbsdruck findet hier ein Preiswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten statt", kritisiert die GPA.

Zur Verbesserung der Situation für "Freie" verlangen die Gewerkschaften eine Veränderung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Dazu zähle die Einbeziehung in die Arbeitslosenversicherung oder die Möglichkeit zur Betriebsratswahl in den Fällen, wo atypisch Beschäftigte von nur einem Auftraggeber abhängig sind. "Auch atypisch Beschäftigte sollen Betriebsräte wählen können oder selbst zum Betriebsrat gewählt werden können", fordert Clemens Miniberger von der Interessensgemeinschaft work@flex in der GPA.

Besonders Frauen sowie ältere und jüngere Erwerbstätige seien in der Gruppe der atypisch Beschäftigten stark vertreten, in bestimmten Sektoren wie in der Erwachsenenbildung stellen die atypisch Beschäftigten sogar die Mehrheit. Die GPA-Interessengemeinschaft work@flex, ein Netzwerk von atypisch Beschäftigten für atypisch Beschäftigte, bietet Serviceleistungen an. (APA)

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