Caritas und Diakonie warnen vor Instrumentalisierung

6. Juni 2006, 12:53
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Küberl für Integrationsstaatssekretariat - Chalupka: Wahlkampf tut sachlicher Diskussion nicht gut

Wien - Mit Kritik in Richtung der politischen Akteure reagierten am Freitag die kirchlichen Organisationen Caritas und Diakonie auf die Präsentation der Moslem-Studie des Innenministeriums. Sowohl Caritas-Präsident Franz Küberl als auch Diakonie-Direktor Michael Chalupka warnten vor einer Instrumentalisierung des Themas für den Wahlkampf und mahnten eine sachliche Diskussion an. Küberl sprach sich außerdem für ein Integrationsstaatssekretariat im Bundeskanzleramt aus.

"AusländerInnen dürfen nicht zu Sündenböcken gemacht werden, nur um die Einheimischen zufrieden zu stellen und Wählerstimmen zu gewinnen", warnte Küberl in einer Aussendung. In das gleiche Horn blies Chalupka, der meinte, die Wortmeldungen der vergangenen Tage hätten gezeigt, dass Wahlkampf der sachlichen Diskussion um Integration nicht gut tue.

"Stecken geblieben"

Kritik kam auch für die heimische Integrationspolitik, die Küberl als "stecken geblieben" bezeichnete. Integration werde in Österreich vor allem mit der sicherheitspolizeilichen Brille gesehen, so der Caritas-Präsident und Chalupka bemängelte die "massiven Verschärfungen der Integrationsbedingungen für sozial Schwache" im aktuellen Staatsbürgerrecht.

Der Diakoniedirektor forderte daher die Einrichtung einer Integrationskommission aus Experten und Betroffenen. Küberl sprach sich - wie schon SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer - für einen Integrationsstaatssekretariat aus.

(APA)

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