Boeing-Auftrag füllt viertes FACC-Werk

12. Juni 2006, 14:46
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Oberösterreichischer Luftfahrzulieferer lieferte erstes Schubumkehrgehäuse für Boeing 787 "Dreamliner" aus

Ried im Innkreis/Salzburg – Mit der Auslieferung des ersten Schubumkehrgehäuses für die neue Boeing 787 Dreamliner an den US-Kunden Goodrich konnte das oberösterreichische Unternehmen FACC (Fischer Advanced Composite Components) seine Präsenz in der Luftfahrtindustrie weiter ausbauen. "Die Auslieferung ist ein Meilenstein für uns, wenn auch vielleicht mit der negativen Konsequenz, dass wir 32 Mio. Dollar in die Entwicklung dieses Projektes investiert haben", erläutert FACC-Chef Walter Stephan dem STANDARD.

Eine Investition von großer Tragweite für FACC: Denn gleichzeitig wird seit vier Wochen im oberösterreichischen Reichersberg ein viertes FACC-Werk errichtet, das ausschließlich für Triebwerkskomponenten ausgelegt sein wird. Hauptabnehmer wird Goodrich sein, welcher auch Airbus, etwa für den neuen A350, beliefert. "In Reichersberg investieren wir in den nächsten 18 Monaten 70 Mio. Euro." Das Auftragsvolumen der 787-Triebwerkskomponenten für FACC umfasst rund 300 Mio. Dollar und wird in den nächsten zehn bis zwölf Jahren abgewickelt. Gegenwärtig hat Boeing 350 Fixbestellungen für die 787.

Kapitalerhöhung

Aufgrund der hohen Investitionen in die Entwicklung neuer Technologien für die Fertigung von Bauteilen in Faserverbundtechnologie wird eine weitere Kapitalerhöhung notwendig. Stephan geht davon aus, dass die Erhöhung im Bereich von 20 Mio. Euro im Juli über die Bühne gehen wird. FACC-Haupteigentümer sind die Österreichische Salinen AG (47,5 Prozent) und Fischer GmbH (47,5 Prozent), Stephan hält fünf Prozent. Konkrete Geschäftszahlen für das im Februar zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2005/06 liegen noch nicht vor, der Umsatz dürfte mit 161 Mio. Euro, 25 Prozent mehr als im Vorjahr sein, das Ergebnis (Ebit) soll bei 15 Mio. Euro liegen.

FACC hat fünf große Aufträge zur Entwicklung und Fertigung von Faserverbundkomponenten an Triebwerken, Triebwerksverkleidungen, Tragflächen und Rumpf der 787 erhalten, die ein Gesamtvolumen von einer Milliarde Dollar darstellen. (Kurt Hofmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20./21.5.2006)

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    Für die 787 "Dreamliner" hat Boeing gegenwärtig 350 Fixbestellungen.

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