Starbucks drängt in die Vorstädte

1. Juni 2006, 16:39
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Die US-Coffeeshop-Kette baut ihr Filialnetz in Österreich langsam, aber stetig aus, nächste Woche wird das zehnte Lokal eröffnet

Wien - In Wien soll es in Zukunft nicht nur Standorte im Bereich von so genannten Hochfrequenzlagen, sondern auch in Wohngegenden bzw. in äußeren Bezirken geben. Der Geschäftsführer von Starbucks-Österreich, Urs Schaub, zeigte sich sehr zufrieden über die Geschäftsentwicklung. Vor allem die vergangenen Monate waren demnach äußerst erfoglreich. In Wien will Starbucks in Zukunft nicht nur auf klassische Frequenzlagen setzen, sondern auch auf die Vorstadt.

Was allerdings nicht für jenes Geschäft gilt, das kommende Woche eröffnet. Es liegt in zentraler Lage. Schaub: "Die Rotenturmstraße ist das Tor zum 1. Bezirk und damit einer der Standorte, der uns immer schon stark interessiert hat." Es sei jedoch nicht nur die Frequenz an City-Besuchern hoch, sondern es gebe auch viele Büros und Wohnungen in der Umgebung. Auch die Nähe zum Bermudadreieck hob Schaub hervor.

40.000 Kunden pro Woche

"Wir sind mit dem gesamten Portfolio sehr zufrieden. Vor allem die Entwicklung in den vergangenen zwölf bis 18 Monaten war sehr erfreulich", betonte Schaub. Alle Starbucks-Kaffeehäuser haben demnach zugelegt. Er sprach von einem substanziellem Wachstum - das laut Schaub vor allem auf die zuletzt eröffneten Shops im AKH bzw. am Michaelerplatz zurückzuführen ist. Doch auch schon länger bestehende Lokale gehen immer besser: "Das hat auch mit der Tatsache zu tun, dass sich die Wiener immer häufiger bei uns einfinden."

Umsatzzahlen nennt die US-Coffeeshop-Kette nicht. Für die heimischen Shops gibt es jedoch Frequenzangaben: Durchschnittlich rund 40.000 Kunden pro Woche kommen demnach in die derzeit neun bestehenden Geschäfte.

Schließungen

Die weitere Expansion wird laut Schaub "behutsam" vorbereitet und geschehe "Standort um Standort". Zu Beginn des Engagements in Österreich habe es zu euphorische Pläne gegeben. Tatsächlich war beim Start im Jahr 2001 von 60 Coffeeshops binnen fünf Jahren die Rede gewesen. Jetzt sind es mit dem neuen Geschäft in der Rotenturmstraße vorerst zehn Lokale, neun davon befinden sich in Wien, eines am Flughafen. Zwei Starbucks-Kaffeehäuser (im 3. und 6. Bezirk) haben bereits wieder geschlossen.

"Wir haben mit Sicherheit Pläne, über Wien hinaus zu expandieren. Das ist eine Frage der Reife und eine Frage der Zeit", sagte Schaub. Zunächst will sich Starbucks aber weiter auf die Bundeshauptstadt konzentrieren. In ein bis zwei Jahren könne dann der Aufbau eines Filialnetzes in den Bundesländern folgen.

Alternative zum klassischen Kaffeehaus

Aber auch die Bahnhöfe, die in den nächsten Jahren zum Teil umgebaut werden, sind laut Schaub "interessante Objekte". Entspannt sieht er das Verhältnis zu den klassischen Wiener Kaffeehäusern, die anfangs durchaus mit Skepsis auf das Starbucks-Engagement reagiert haben: "Wir verstehen uns als Alternative und nicht als Konkurrenz zu den Kaffeehäusern." Starbucks stelle eine Bereicherung dar, zeigte er sich überzeugt.

Dass es in Wien längst auch andere Coffeeshops und Café-Bars bzw. Anbieter von Mitnahme-Kaffee gibt, sieht Schaub laut eigenen Angaben positiv: "Wir freuen uns, wenn dem Vorbild von Starbucks ein Stück weit nachgeeifert wird." Mitbewerber, die mit ähnlichen Konzepten auf den Markt kommen, würden auch helfen, Produkte wie "Coffee-to-go" populärer zu machen. (APA)

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    In ein bis zwei Jahren könnten die ersten Starbucks-Filialen in den Bundesländern eröffnet werden.

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