Deutsche Erzeugerpreise schnellen hoch

1. Juni 2006, 16:55
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Im April höchster Anstieg seit 14 Jahren - Zuwachs um 6,1 Prozent im Jahresabstand

Berlin - Wegen der teuren Energie sind die Erzeugerpreise in Deutschland im April weiter gestiegen, und zwar so stark wie seit 1982 nicht mehr. Die Hersteller gewerblicher Produkte bekamen im Schnitt 6,1 Prozent höhere Preise für ihre Waren als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

In den beiden vergangenen Monaten hatte die Jahresteuerung mit 5,9 Prozent bereits den höchsten Stand seit Juni 1982 erreicht. Im Vergleich zum März kletterten die Preise um 1,0 Prozent.

Analysten hatten zuvor mit einem Anstieg der Erzeugerpreise um 0,7 Prozent gegenüber März und einem leichten Rückgang der Jahresrate auf 5,8 Prozent gerechnet.

Energie um 20 Prozent teurer

Vor allem die Energiekosten trieben die Preise erneut in die Höhe. Im Vergleich zum April des vergangenen Jahres verteuerte sich Energie um rund 20 Prozent. Gegenüber März legten die Energiekosten um 2,3 Prozent zu, dabei waren vor allem die um gut fünf Prozent teureren Mineralölprodukte Ausschlag gebend. Ohne Energie hätten die Herstellerpreise 1,8 Prozent im Jahresvergleich und 0,6 Prozent im Monatsvergleich zugelegt. Strom verteuerte sich innerhalb eines Jahres um fast 21 Prozent.

Auch Nichteisenmetalle legten im Erzeugerhandel kräftig zu: im Jahresvergleich um 36,5 Prozent, im Monatsvergleich um 8,8 Prozent. Außerdem verzeichneten die Statistiker deutliche Preissteigerungen zum April 2005 bei Tabakerzeugnissen, Fleisch und chemischen Waren. Günstiger als vor einem Jahr waren unter anderem elektronischer Bauelemente und Datenverarbeitungsgeräte. (APA/Reuters)

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