Generali: Doch noch Einigung mit den Streuaktionären

1. Juni 2006, 16:21
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Barabfindungsangebot von 52 Euro an alle Aktionäre - Vorstand Stoss: "Hart abgerungene, aber tragbare Lösung" - Alle Aktionäre sollen gleich behandelt werden

Wien - In der Hauptversammlung der börsenotierten Generali Vienna AG ist heute, Donnerstag, Abend doch noch ein Kompromiss mit den Streuaktionären gelungen: Generali hat das Abfindungsangebot letztlich auf 52 Euro pro Aktie erhöht. "Alle noch anwesenden Aktionäre haben diesem Kompromiss zugestimmt", teilte Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger (IVA Interessenverband für Anleger) nach der mehr als zehnstündigen Sitzung der APA mit.

Die 52 Euro gelten "im Sinne einer Gleichbehandlung" für alle Streuaktionäre, nicht nur für die bei der Hauptversammlung anwesenden. Rasinger war voll des Lobs für Generali - und vor allem für Aufsichtsrats-Vorsitzenden Dietrich Karner, dessen persönlichem Einsatz der Kompromiss zu verdanken sei. "Die Generali ist damit ihrer Reputation als faires Unternehmen gerecht geworden", meinte er. Durch ein Aufeinander-Zugehen sei ein "sehr vernünftiger Kompromiss" erreicht worden. Generali sei "sicher an die äußerste Grenze gegangen und über ihren Schatten gesprungen".

Die jetzige Abfindung sei doch "zumindest ein ordentlicher und herzeigbarer Abschied, auch wenn die meisten Aktionäre mit Trauer und Wehmut weggehen", sagte Rasinger. Trotz des Abschiedes sei so das positive Signal für den Kapitalmarkt gesetzt worden, "dass es auch möglich ist, zu Einigungen zwischen Streu- und Hauptaktionären zu kommen".

Stoss: "Hart abgerungene, aber tragbare Lösung"

Der Vorstandsvorsitzende der Generali Vienna AG, Karl Stoss, zeigte sich Donnerstagabend zufrieden mit der Einigung über das Barabfindungsangebot für die Streuaktionäre: "Wir sind sehr glücklich, dass wir in einer sehr harten, aber fairen Auseinandersetzung eine Einigung erzielen konnten." Jetzt sei es wesentlich, wieder den Kopf frei zu haben für den harten Wettbewerb.

Es handle sich um eine hart abgerungene, aber tragbare Lösung, so Stoss.

Das ursprüngliche Angebot hatte 42,50 Euro betragen. In der heutigen Hauptversammlung hatte Generali das Angebot um letztlich 9,50 Euro erhöht. Unter den gleichen Bedingungen bekommen Aktionäre, die ihre Papiere umtauschen, eine bare Zuzahlung von 51 Euro. (APA)

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