Warimpex holt sich Geld für Expansion

1. Juni 2006, 16:39
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Der auf Osteuropa fokussierte Wiener Immobilieninvestor steht vor einem Investitions- schub bei Hotels, Büros und Shoppingcentern, ein Börsegang ist noch heuer möglich

Wien – Die Warimpex, ein österreichischer Immobilien^errichter, der überwiegend Hotels, Büros und Shopping- Center in Osteuropa besitzt und in diesem Bereich führend tätig ist, will in den nächsten zwei Jahren 70 bis 100 Mio. Euro investieren. Noch heuer wird entschieden, ob die Projekte mittels Börsengang, über einen Fonds oder

über Anleihen finanziert werden, sagte Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch zum STANDARD Mehrheitseigentümer der Warimpex, die in den vergangenen 25 Jahren Projekte im Volumen von 800 Millionen Euro realisierte und an derzeit acht Hotels maßgeblich beteiligt ist, sind die beiden Wiener Familien Jurkowitsch und Folian, Jurkowitschs Investitionsstrategie: "Wir suchen zweistellige Anfangsrenditen bei jedem Immobilienprojekt, gerechnet auf die Gesamtinvestition. Die Abgaberendite bei Büros in Zentral- und Osteuropa liegt derzeit etwa bei sechs Prozent".

Projekte

Im polnischen Lodz entsteht demnächst eines von sechs neuen Hotels der Warimpex-Gruppe. Auf einem Gelände der ehemals größten europäischen Textilfabrik hat die Warimpex den Hotelteil gekauft und beginnt nun mit den Umbauarbeiten. Angeschlossen an das Hotel im Stadtzentrum ist ein Shopping- und Entertainmentcenter sowie Museen. Betreiben soll das 200-Zimmer-Design- Hotel (vier Sterne) mit dem Namen Andel's Manufactura Lodz, die Vienna International (VI), an der die Gesellschafter

der Warimpex beteiligt sind. Lodz ist mit 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens. Und: Es gibt derzeit nur ein internationales Hotel – das Zweisternehotel Ibis. Eröffnet wird das Andel's Manufactura Hotel in 20 Monaten. Jur^kowitsch erwartet eine Anfangsauslastung von 60 Prozent.

Nächstes Hotelprojekt der Warimpex ist im polnischen Kattowitz – nur 400 km nordöstlich von Wien – wo das Grundstück bereits gesichert wurde. Hier entsteht gemeinsam mit dem Projektentwickler UBM ein Andel's Viersternehotel mit 150 Zimmern, 800 m Konferenzfläche und 3000 m Büros. Baubeginn ist im Frühjahr 2007. Betreiber soll ebenfalls die VI sein, genauso wie beim Dreisterne^hotel in Pilsen.

Zahl der Hotels soll verdoppelt werden

In den nächsten Jahren soll die Zahl der Hotels auf 16 verdoppelt werden; bisher wurden 4500 Zimmer entwickelt,

1500 gehören der Warimpex. Jurkowitschs Ziel ist es, die Immobilien rund fünf Jahre zu behalten und sie dann an institutionelle Investoren weiterzuverkaufen. Die Kosten für ein durchschnittliches 120- bis 150-Zimmer-Hotel beziffert er mit 15 bis 25 Mio. Euro, abhängig von der Größe der Konferenz und Büroräume. Zum Vergleich: Das Intercont in Warschau mit 400 Zimmern, an dem Warimpex beteilt ist, hat über 100 Mio.

Euro gekostet. Entwickelt wird derzeit ein Shoppingcenter in Bialystock (östlich von Warschau) mit 25.000 m Nettonutzfläche. Überlegt wird ein Shopping- und Hotelprojekt in Rumänien. Sehr konkret ist das Büro-, Hotel- und Shoppingcenter in St. Petersburg, wo die Warimpex sechs Hektar Grund hält und mit der ersten Ausbaustufe bereits 2007 begonnen wird. Zwei Büroprojekte in Prag und Warschau sind in Bau. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.5.2006)

  • Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch will die Zahl seiner Hotels in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.
    foto: standard/robert newald

    Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch will die Zahl seiner Hotels in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

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