Bewegung schützt

29. Jänner 2007, 14:37
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Ob gesund, gefährdet oder krank - Sport minimiert das Brustkrebsrisiko und kann die Überlebenschancen im Krankheitsfall erhöhen

Ein französisches Wissenschafter-Team um Bertrand Tehard beobachtete eine Gruppe von 90.000 Frauen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Sie wollten Antworten auf folgende Fragen: Wie muss sportliche oder alltägliche Tätigkeit beschaffen sein, dass positive Effekte messbar sind? Welche Art, Dauer, Häufigkeit und Intensität von Bewegung ist notwendig für eine Schutzwirkung?

Die Egebnisse

Tägliches Gehen (mehr als zwei Kilometer) reduziert das Brustkrebsrisiko um zehn Prozent, leichtes Fitnesstraining von acht Stunden pro Woche um 14 Prozent. Den stärksten Effekt hat intensives Fitnesstraining im Ausmaß von über fünf Stunden pro Woche, sie reduziert das Erkrankungsrisiko um 38 Prozent."Es zeigt sich, dass ein gewisser Schwellenwert an Bewegung überschritten werden muss, damit eine positive Wirkung nachweisbar ist", erläutert der Wiener Brustkrebs-Experte Ernst Kubista.

Warum Bewegung schützt

Das Brustkrebsrisiko steigt mit der Menge des weiblichen Hormons Östrogen im Körper an. Regelmäßige Bewegung dürfte bei jungen Frauen die Östrogenproduktion der Eierstöcke verringern. Frauen, die viel Bewegung machen, sind zudem meist schlanker und haben weniger Fettdepots, in denen ebenfalls Östrogen gebildet wird. "Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Tatsache, dass Frauen, die regelmäßig und diszipliniert Bewegung betreiben auch in anderen Dingen disziplinierter vorgehen, nämlich beim Essen und bei der Einnahme von Alkohol." so Kubista.

Bewegung hilft auch bei starker Gefährdung

Selbst bei Frauen, die mehrere Risikofaktoren für Brustkrebs aufweisen - wie etwa Übergewicht (BMI über 25), späte oder keine Schwangerschaft, Hormonbehandlung oder genetische Disposition - kann Bewegung vorbeugen, betonte die französische Forschergruppe. Die Minderung des Brustkrebsrisikos bei gleicher Bewegungshäufigkeit und Intensität brachte für diese Risikogruppen praktisch die gleichen Ergebnisse wie für Frauen ohne besondere Gefährdung.

Nie zu spät

Auch Frauen, die erst spät mit sportlichen Aktivitäten beginnen, können noch von den positiven Effekten der Bewegung profitieren. Forscher vom Fred-Hutchison-Krebszentrum in Seattle, USA, fanden heraus, dass auch Frauen, die erst mit über 50 Jahren anfangen zu trainieren, die volle Risiko-Reduktion erreichen können. Wichtig ist nur, dass regelmäßig Sport betrieben wird, möglichst jeden Tag und jeweils mindestens eine Stunde lang.

Wenn der Krebs bereits da ist

Bewegung tut auch Brustkrebspatientinnen gut. Amerikanische Forscher haben den Lebensstil von beinahe 3000 ehemals brustkrebskranken Teilnehmerinnen der großen "Nurses Health Study", bei denen Brustkrebs diagnostiziert und behandelt wurde, untersucht. Frauen, die regelmäßig Spaziergänge machten (drei bis fünf Stunden pro Woche) konnten nach Entfernung des Tumors im Vergleich zu jenen Frauen, die weniger als eine Stunde Fußmarsch pro Woche absolvierten, ihre Überlebenschance verdoppeln.(surfmed)

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