Küberl empfiehlt Wolf-Rede als "Meditationstext"

7. Juni 2006, 14:40
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Reaktionen von Bergmann, Krammer und Strobl

Unterschiedliche Reaktionen gibt es im ORF-Stiftungsrat auf die Hochner-Preis-Rede von "ZiB"-Moderator Armin Wolf. Kurt Bergmann, Leiter des ÖVP-Freundeskreises im obersten Aufsichtsgremium des ORF, gratulierte Wolf im Gespräch mit der APA zum Hochner-Preis. Zur Rede selbst meinte Bergmann, dass Wolf eine "sehr pointierte Meinung zur Lage des ORF vor der Wahl der neuen Geschäftsführung" vertreten habe.

"Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Mitarbeiter von ihrem demokratischen Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen sollten, erst recht, wenn es um ein Kommunikationsunternehmen wie den ORF geht", so Bergmann. "Über die inhaltlichen Details würde ich aber mit Wolf gerne persönlich bei einem Kaffee reden."

Krammer: "ORF voll auf ÖVP-Linie"

SPÖ-Stiftungsrat Karl Krammer übte indes Kritik an dem Umstand, dass der "ORF voll auf ÖVP-Linie" sei. Der ORF sollte die gesamte Gesellschaft repräsentieren und keine "einseitige Identifikation" liefern.

Strobl: "Kritischer Befund, den ich teile" Der Grüne Stiftungsrat Pius Strobl sprach im Zusammenhang mit der Wolf-Rede von einem "kritischen Befund, den ich teile". Strobl erwarte genau so etwas von ORF-Journalisten. Die "durchgehende ÖVP-Mehrheit im ORF" müsse sich nun etwas überlegen, es bestehe "Handlungsbedarf".

Der unabhängige Stiftungsrat und Caritas-Präsident Franz Küberl empfiehlt die Wolf-Rede den Medienkommissionen der verschiedenen politischen Parteien als "Meditationstext". Wolfs Zielbestimmungen, wonach die ORF-Spitzenfunktionen mit jenen Personen besetzt werden sollten, "die in der Lage sind, das beste, klügste, vielfältigste und spannendste Programm zu machen", kann der Caritas-Präsident voll unterstützen. "Im Gegensatz zu Wolf glaube ich aber, dass das nicht nur eine Person, sondern alle 4.000 Mitarbeiter des ORF wollen sollten", sagte Küberl. (APA)

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