Umfrage: Klasnics Popularität überstrahlt alle MitbewerberInnen

4. Juni 2000, 20:47

Bei Direktwahl keine Frage: Sie wäre neuer "Landeshauptmann"

Graz/Linz - Könnte der steirische Landeshauptmann direkt gewählt werden - er hieße jedenfalls Waltraud Klasnic. 57 Prozent der Steirer gaben in einer in der letzten Maiwoche durchgeführten Umfrage des Linzer Spectra-Instituts an, dass sie für die Amtsinhaberin stimmen würden.

Faktor: Unklare FPÖ-Führung

Auffallend ist, dass auch ein Drittel der SPÖ-Wähler und vier von zehn FPÖ-Wählern für Klasnic an der Landesspitze sind. Das allerdings unter dem Eindruck einer unklaren FPÖ-Führung: Jeder zweite Wähler der Freiheitlichen und 31 Prozent der Steirer insgesamt wünschen sich Michael Schmid (der allerdings nicht will) als Spitzenkandidat. Theresia Zierler wollen 15 Prozent der steirischen Bevölkerung an der Spitze der FPÖ-Liste sehen, Magda Bleckmann zwölf (die Daten wurden vor Bekanntwerden des Doppellebens ihres Mannes erhoben) und Harald Fischl acht.

Oppositionelle MitstreiterInnen fast unbekannt

Der jeweilige FPÖ-Kandidat käme in der Landeshauptmann-Frage aber nur auf zehn Prozent. Peter Schachner-Blazizek von der SPÖ käme auf 18 und die Chefs von Grünen und Liberalen, Edith Zitz und Christian Brünner, auf je ein Prozent. Sie sind beide weitgehend unbekannt.

Herausforderer Schachner-Blazizek macht auf 48 Prozent einen guten und auf 31 Prozent einen nicht so guten Eindruck - das ist deutlich besser als die Vergleichswerte für seine Partei (42 : 39), aber weit unter dem Landeshauptmann-Bonus von Waltraud Klasnic. Sie punktet in allen Bevölkerungssegmenten - das summiert sich auf drei Viertel der Steirer, die einen guten Eindruck von ihr haben.

Hochrechnung

Die steirische Hochrechnung, die DER STANDARD in der Vorwoche veröffentlichte, sagt der ÖVP 39, der SPÖ 34, der FPÖ 16, den Grünen fünf und dem LiF vier Prozent voraus. In der Spectra-Umfrage wurde auch gefragt, "was die Steiermark von politischer Seite am ehesten braucht, damit es den Menschen im Land gut geht" - da wollten (bei Mehrfachnennungen) 49 Prozent eine starke ÖVP, 41 Prozent eine starke SPÖ, 20 Prozent eine starke FPÖ, 13 Prozent starke Grüne und sechs Prozent ein starkes LiF.
Conrad Seidl

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