Rosneft-IPO läuft nach Plan

1. Juni 2006, 14:11
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Der staatliche russische Ölkonzern peilt den Börsenstart Mitte Juli an und will dadurch 6,2 Milliarden Euro lukrieren

Moskau - Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft peilt offenbar Mitte Juli als Termin für seinen milliardenschweren Börsengang an. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, in vorläufigen Unterlagen des Direktoriums werde Ende Juni für den Beginn der Roadshow und der 14. Juli als Tag der Aktienplatzierung genannt.

Aus anderen Kreisen verlautete jedoch, vor Freitag sei hier keine endgültige Entscheidung zu erwarten, da die Führungsspitze des Konzerns noch immer berate. Es könnten sich daher noch der Zeitpunkt und auch das Volumen des möglicherweise größten russischen Börsengangs in diesem Jahr ändern.

Streit

Die verschiedenen Äußerungen zeigen Analysten zufolge den Streit zwischen verschiedenen Gruppen in der russischen Regierung und Managern bei Rosneft über den geplanten Schritt. Energieminister Viktor Christenko warnte in St. Petersburg vor einem übereilten Vorgehen. Die Marktbedingungen müssten gut sein und die Risiken gering. "In diesem Fall gibt es keinen Eintrag im Terminkalender, bis zu dem Rosneft an der Börse sein muss", sagte er vor Reportern. Vize-Wirtschaftsminister Kirill Androsow hatte vergangene Woche bereits angedeutet, den Börsengang vom zweiten ins dritte Quartal zu verschieben.

Schulden in Milliardenhöhe

Nach bisherigen Informationen strebt Rosneft durch den Gang ans Börsenparkett Erlöse von rund acht Milliarden Dollar (6,21 Mrd. Euro) an. Die Gelder sollen dazu dienen, Schulden der Holding Rosneftegaz bei ausländischen Banken in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar zu tilgen. Vertreter westlicher Banken hatten sich zuletzt besorgt geäußert, dass eine Verschiebung des Börsengangs die finanzielle Situation bei Rosneft verschärfen könnte. Rosneft war von einem mittelgroßen Unternehmen zu einem Energieriesen gewachsen, nachdem es vor mehr als einem Jahr das Kerngeschäft des von Russland zerschlagenen Energiekonzerns Yukos übernommen hatte. Begleitet wird der Börsengang unter anderem von ABN Amro, JP Morgan, der Allianz-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein und Morgan Stanley. (APA/Reuters)

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