Wolf: Habe Rede aus Solidarität mit dem Unternehmen gehalten

7. Juni 2006, 14:40
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Viele positive Reaktionen - Sorge formuliert, "die sehr, sehr viele Journalistinnen und Journalisten im ORF teilen"

"Zeit im Bild"-Moderator Armin Wolf versteht die Rüge seiner Chefin, Monika Lindner, nicht: "Ich bedaure sehr, dass die Generaldirektorin des ORF meine Worte als 'mangelnde Solidarität' mit dem Unternehmen wahrnimmt. Ich habe meine Rede im Gegenteil eben aus Solidarität mit dem Unternehmen, in dem ich seit 21 Jahren mit großer Begeisterung arbeite, gehalten."

"Es kann niemanden im Haus überrascht haben"

Der Vorwurf, nicht das "Gespräch im Unternehmen" gesucht zu haben, verwundert Wolf indes sehr. "Alles, was ich gestern gesagt habe, habe ich - und viele andere Kolleginnen und Kollegen - in den letzten Jahren in unzähligen internen Sitzungen, Versammlungen und Gesprächen mit Vorgesetzten formuliert. Es kann niemanden im Haus überrascht haben." Und was die "international üblichen Strukturen" des ORF von anderen Ländern unterscheidet, sei sein de-facto-Monopol in der Fernseh-Information über österreichische Politik. "Diese spezifische Situation erfordert, meiner Meinung nach, eine ganz besondere Absicherung des inneren Pluralismus, des internen Wettbewerbs und der Meinungsvielfalt. Selbstverständlich kann man das auch anders sehen", so Wolf.

Als ORF-Redakteur gegen politische Einflussnahme auf das Unternehmen - aus jeder Richtung - zu protestieren, sollte "eigentlich im Sinne der Unternehmensführung sein", meinte der Anchorman weiter. "Ich bedaure, dass die Generaldirektorin meine Worte 'unangemessen' findet. Aber eine fast unüberschaubare Anzahl an positiven Reaktionen von Kolleginnen und Kollegen aus vielen verschiedenen Abteilungen des ORF seit gestern Abend bestärkt mich zumindest darin, eine Sorge formuliert zu haben, die sehr, sehr viele Journalistinnen und Journalisten im ORF teilen. Das war meine Absicht, nicht mehr." (APA)

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