"Kulturrevolution" der Ernährung

9. August 2006, 13:14
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Christoph Kolumbus hat viele Obst- und Gemüsesorten nach Europa gebracht - Auch die Kakaobohne für die Schokolade

Barcelona - Christoph Kolumbus, dessen Todestag sich am 20. Mai zum 500. Mal jährt, war nicht nur der Entdecker Amerikas, er brachte auch einen ungeahnten Reichtum an Obst, Gemüse und Fleisch aus der Neuen Welt nach Europa.

Die Lebensmittel vom neuen Kontintent und deren Einfluss auf die europäischen Tischsitten kamen einer "Kulturrevolution" gleich, schreibt der spanische Journalist Xavier Domingo. Denn vor Kolumbus' Reisen über den Ozean gab es in Europa weder Erdäpfel noch Paradeiser. Und einen weiteren Bestandteil moderner Zivilisationskost brachte der Spanier nach Europa: Schokolade entsteht aus den in Amerika gefundenen Kakaobohnen.

Erdäpfel lange verschmäht

Mehr als einhundert Obst- und Gemüsesorten sowie Tierarten wurden so aus Amerika exportiert. Bohnen, Avocados, Mais, Zucchini, Tabak und Truthähne brachten die Entdecker von den Forschertrips mit. Einen wahren Siegeszug trat die Erdäpfel an, die in Spanien seit dem 16. Jahrhundert am Königshof verzehrt wurde.

Langsam wurde sie auch in der Schweiz, in Deutschland und in Ostfrankreich heimisch. Die Franzosen verschmähten die "Trüffel für Arme" lange Zeit. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie auch in Frankreich in Massen produziert. Der Erdäpfel setzte sich dabei vor allem in geografischen Zonen durch, wo sein Kältewiderstand von Vorteil war. Andere, empfindlichere Pflanzen aus Amerika, wie zum Beispiel Maniok, wurden dagegen in Afrika heimisch, wo es heute ein Grundnahrungsmittel ist. (APA/AFP)

  • Auch die Kakaobohnen der Schokolade seien Kolumbus zu verdanken.
    foto: derstandard/matthias cremer

    Auch die Kakaobohnen der Schokolade seien Kolumbus zu verdanken.

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