Mit Bodenhaftung zum Erfolg

19. Mai 2006, 07:00
posten

Ein Ottakringer Familienbetrieb will mit Bodenbeleuchtungs-Elementen Dubai erobern

Schlaue Managementbücher, geschliffene Consulter-Vorträge und stolze Unternehmenswebsites: Seit Jahren redet alles von der Konzentration auf Kernkompetenzen. Was oft als Vorschub verstanden wird, um (personelle) Einsparungen zu rechtfertigen, erweist sich in manchen Fällen als Maßnahme, die den Weiterbestand eines Unternehmens auf längere Sicht sichert.

Ein Beispiel: Der Wiener 15-Personen-Betrieb Intex, sesshaft in der Sandleitengasse, Ottakring. 1981 hat der Betrieb als Allround-Objektausstatter mit Bürosesseln, Messeständen, Bodenbelägen und mehr begonnen, die Palette wurde im Lauf der Jahre noch erweitert.

Im Jahr 2003 erfolgte die Übergabe vom Unternehmensgründer auf dessen Sohn, Klaus Oliver Zoubek, der das Unternehmen in zwei Schwestergesellschaften aufgliederte und das Angebot reduzierte. Zoubeks Schwager, der Betriebswirt und langjährige Intex-Mitarbeiter Christan Orlowski wurde mit der Leitung einer eigenen Vertriebsgesellschaft betraut, während der ausgebildete Techniker Zoubek den Bereichen Produktion, Administration und Entwicklung vorstehen sollte. Die beiden Gesellschaften sollten als getrennte Cost Centers eine bessere Erfolgskontrolle ermöglichen. Zudem „war es möglich, dass sich jeder Geschäftsführer auf das konzentriert, was er am besten kann“, erklärt Orlowski im derStandard.at-Gespräch: „Davon profitierten sowohl der Vertrieb als auch die Entwicklung, die beide bessere Ergebnisse lieferten.“

Rutschsicher in Nassräumen

Ballast, der sich über die Jahre angesammelt hatte, sei abgeworfen worden, um jenen Bereichen mehr Energie zu widmen, „die unsere Kernmarken sind.“ Die Rede ist von Bodenbelägen: Mit Natursteinteppichen – nur sechs Millimeter dicke Bodenbeläge aus Quarzkiesel, die sich wegen ihrer Rutschsicherheit vor allem für Bäder und Wellnessbereiche eignen - hatte Intex schon vor 25 Jahren ein neues Produkt auf den österreichischen Markt gebracht, das der Betrieb selbst produzierte und verlegte. Heute bringt das Produkt die meisten Einnahmen - gefolgt vom Handel mit LED-Bodenbeleuchtungs-Elementen, für die Intex den Generalvertrieb in Mitteleuropa führt, und Bodenheizung.

Auf alles, „was nicht unmittelbar etwas mit Boden zu tun hat“ (Orlowski) wurde verzichtet, um im Gegenzug Vertrieb und Entwicklung auszubauen. Von 15 Beschäftigten sind – beachtliche - zwei MitarbeiterInnen für die Entwicklung abgestellt, im Bedarfsfall werden sie von zwei zusätzlichen Kräften verstärkt.

Starker Auftragszuwachs

Die Umstrukturierung hat sich bezahlt gemacht. Der Kundenstock verdoppelte sich bereits im ersten Jahr, „dieses Jahr rechnen wir wieder mit einer Steigerung um hundert Prozent“, sagt Orlowski. Der Umsatz wuchs im Vorjahr auf 600.000 Euro an, ein Zuwachs von dreißig Prozent. Heuer soll er auf 800.000 Euro steigen. „In den ersten vier Monaten haben wir schon so viele Angebote gestellt wie im ganzen letzten Jahr“, ist Orlowski zufrieden. Obwohl die Mitarbeiterzahl im letzten Jahr fast verdoppelt wurde – derzeit sind es fünfzehn – wird bereits weitere Verstärkung im Innendienst gesucht. „Wir kommen mit der Bearbeitung der Aufträge nicht mehr nach“, so Orlowski.

Derzeit exportiert Intex nach Italien, Deutschland, Ungarn, Slowenien und in die Niederlande. Dubai, derzeit noch Neuland für Intex, werde im nächsten Jahr aber auf Platz zwei der Exportrangliste einsteigen. Warum so optimistisch? Orlowski: „Ende Mai stellen wir auf der Bodenbelagsmesse in Dubai die LED-Beleuchtung vor. Schon im Vorfeld hat es Anbahnungsgespräche gegeben, wir haben Kontakte zu lokalen Interessenten.“ Und: „Wenn Dubai investiert, dann richtig: Unter tausend Quadratmetern verkaufen wir da nichts.“

Für die nähere Zukunft plane Intex neue Vertriebspartnerschaften und weitere Produktinnovationen wie „Self-made Natursteinteppiche für innen und außen“ oder „irgendwelche Kombinationen aus Außenböden, Möbeln und Heizung“. Mehr will Orlowski seinem Entwicklungsteam noch nicht vorwegnehmen. Nur so viel: „Mit achtzig Quadratmetern Schauraum werden wir bald nicht mehr auskommen“. (mas)

Link

Intex
  • Der Schauraum
    foto: intex

    Der Schauraum

  • Die INTEX-Belegschaft ohne HandwerkerInnen: Dritter von links Christian Orlowski, ganz recht Claus Oliver Zoubek
    foto: intex

    Die INTEX-Belegschaft ohne HandwerkerInnen: Dritter von links Christian Orlowski, ganz recht Claus Oliver Zoubek

Share if you care.