Furoshiki statt Plastiksackerl

16. Oktober 2006, 12:35
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Japans Umweltministerin will durch Modenschau mit Regierungsmitgliedern das Ökologie-Bewusstsein fördern

Tokio - Zum Energiesparen hat die japanische Umweltministerin Yuriko Koike sich auch dieses Jahr wieder etwas einfallen lassen: Nachdem die Regierung schon im vergangenen Sommer mit gutem Beispiel vorangegangen war und im Büro lässigere Kleidung getragen hatte, um die Klimaanlagen niedriger einstellen zu können, sollen sich heuer auch die Minister und Botschafter weiterer asiatischer Länder an der Kampagne beteiligen. Koike rief ihre asiatischen Kollegen am Mittwoch auf, am 31. Mai bei einer Modeschau unter dem Motto "Cool Biz" in Tokio mitzumachen.

Tragetuch zum Einkaufen

Außerdem will die engagierte Ministerin dafür sorgen, dass die Japaner wieder mit dem traditionellen "Furoshiki" statt mit Plastiktragetaschen Einkaufen gehen. "Ich schlage vor, dass der 'Furoshiki' die Plastiktragetasche ersetzt", sagte Koike vor Journalisten und zeigte, wie sich zum Beispiel zwei Flaschen Wein in das Tragetuch einwickeln lassen. Der "Furoshiki" war jahrhundertelang als Beutel im Gebrauch; mittlerweile verbrauchen die Japaner rund dreißig Milliarden Plastiksackerl im Jahr.

Im vergangenen Jahr hatte die Regierung mit ihrer sommerlichen Kleidungsordnung erreicht, dass die Klimaanlagen in ihren Büros nicht so hoch eingestellt und 460.000 Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen wurden, etwa so viel wie eine Million Haushalte im Monat verursachen. Auch Ministerpräsident Junichiro Koizumi hatte sich an der Kampagne beteiligt und bei der Arbeit im Büro saloppere Kleidung getragen.

Kyoto weit entfernt

Trotzdem ist Japan weit davon entfernt, die Vorgaben des Umweltprotokolls von Kyoto zu erreichen: Während das Land sich dazu verpflichtet hatte, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um sechs Prozent - im Vergleich zum Stand von 1990 - zu verringern, stieg der Ausstoß seitdem um sieben Prozent an. Das Protokoll war 1997 in der japanischen Stadt Kyoto von den wichtigsten Industriestaaten verabschiedet worden. Die Vereinigten Staaten, die weltweit den größten Ausstoß an Treibhausgasen haben, lehnen das Protokoll ab. (APA/AFP)

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    Furoshiki, das traditionelle japanische Tragetuch soll wieder vermehrt eingesetzt werden.

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