Flugverkehr über Österreich steigt

12. Juni 2006, 14:46
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Die Zahl der Flugbe- wegungen nahm 2005 um mehr als zehn Prozent zu, auf Billig- airlines entfällt ein Anteil von etwa 30 Prozent

Wien - Der Flugverkehr über Österreich hat 2005 außerordentlich stark zugenommen: Die Zahl der Flugbewegungen stieg um 10,2 Prozent auf 1,04 Millionen. Heuer rechnet der Chef der Flugsicherungsbehörde Austro Control, Christoph Baubin, wieder mit einer "Normalisierung" auf einen Zuwachs von etwa vier Prozent und damit den europäischen Durchschnitt. Die Gebühren für Überflüge ("unit rates") sowie für Starts und Landungen sollen ab 2007 weiter abgesenkt werden.

Die starke Verkehrszunahme sei auf mehr Flugverkehr nach Nordeuropa, Asien und in Urlaubsdestinationen wie die Türkei sowie auf Auslagerung des Flugverkehrs vom überlasteten tschechischen Flugraum nach Österreich zurückzuführen, sagte Baubin am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz.

Auf Billigairlines entfalle ein Anteil von etwa 30 Prozent, der auch deren Marktanteil entspreche. Der Umsatz der Austro Control stieg 2005 durch mehr Verkehr um rund vier Prozent auf 213 Millionen Euro, das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) gar um 58 Prozent auf 13,1 Millionen Euro.

Senkung der Streckengebühr

Das Ziel der Austro Control sei nicht Gewinnmaximierung, sondern den Flugverkehr sicher und kosteneffizient zu machen, daher peile man heuer einen Rückgang des EGT auf fünf bis sechs Millionen Euro an, so Baubin. Durch die Senkung der Streckengebühr um 14 Prozent auf 58,76 Euro (pro 100 km Überflug je 50 Tonnen Höchstabfluggewicht) seit Anfang 2005 und der An- und Abfluggebühr um 15 Prozent auf 198 Euro binnen einen Jahres werde der Umsatz heuer ebenfalls auf etwa 200 Millionen Euro zurückgehen. "Je mehr Flugverkehr es gibt, desto billiger können wir unsere Dienstleistungen anbieten", sagte Baubin.

Suche nach Fluglotsen

Personalmäßig sei die Austro Control an ihre Kapazitätsgrenze angelangt, es fehlten rund 40 Fluglotsen, sagte Co-Geschäftsführer Johann Zemsky. Derzeit habe man 250 bis 270 Vollzeit-Fluglotsen, bis 2007 werde man etwa die Hälfte der derzeit 45 in der dreijährigen Ausbildung befindlichen Fluglotsen voll einsetzen können.

Ende 2007 können sich die Airlines, die Österreich an- und überfliegen, über eine Teil-Rückzahlung der Streckengebühren freuen: Die Austro Control habe in der Bilanz 2005 Rückstellungen für "Überdeckungen" in Höhe von knapp fünf Millionen Euro gebildet, die an die Airlines wieder ausbezahlt werden. Etwa 8 Prozent davon werden anteilsmäßig an die Austrian Airlines (AUA) fließen. Mit der AUA habe man insgesamt ein positiv sachliches Gesprächsklima, man sei in ständigen Gesprächen über Gebühren und Kapazitätsanpassungen an die Nachfrage.

Dritte Piste für Wien

Die geplante dritte Piste am Flughafen Wien hält Baubin für notwendig, ebenso aber auch eine "saubere Handhabung des Mediationsvertrags". Eine Realisierung sei frühestens 2011 - nach Abschluss der etwa eineinhalbjährigen Umweltverträglichkeitsprüfung - möglich.

Verbesserungsbedarf sieht die Austro Control bei den Flugverspätungen. Im März waren 24 Prozent aller europäischen Flüge mehr als 15 Minuten verspätet, zu 48 Prozent lag das an den Airlines selbst, zu je 16 Prozent an den Flughäfen bzw. am Wetter. (APA)

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    1,04 Millionen Flugbewegungen über Österreich 2005, heuer soll sich die Lage wieder normalisieren.

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