Spammer- Mafia zwingt Unternehmen in die Knie

22. Juni 2006, 10:20
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Nach zwei Wochen dauernder Attacke gibt Anti-Spam-Start-up Blue Security auf – "Blue Frog" setzte Spammern zu

Das Sicherheitsunternehmen Blue Security stellt sein Antispam-Geschäft ein. Grund dafür ist nicht der mangelnde Erfolg, tatsächlich dürfte es sich eher um das Gegenteil handeln. Die Software "Blue Frog" dürfte der Spam-Industrie derart große Probleme bereitet haben, dass sich das Unternehmen als Reaktion darauf mit einem zwei Wochen dauernden Denial-of-Service-Angriffs konfrontiert sah. Server des Unternehmens und seiner Kunden brachen zusammen, das Unternehmen sah sich gezwungen, sein Geschäft aufzugeben.

Attacke

Offenbar wurde die groß angelegte Attacke auf das Unternehmen von zahlreichen Cyber-Kriminellen gemeinsam organisiert, die in Zusammenhang mit Spammer- und Mafia-Banden stehen.

"Ich kann Euch daher nicht weitermachen lassen"

Anscheinend wurde bei der Attacke ein Heer von infizierten Bot-Rechnern eingesetzt, der mutmaßliche Angreifer "Pharmamaster" hatte die Attacken zuvor in eine ICQ-Chat mit dem Firmenchef Eran Reshef angekündigt. Demzufolge habe das Unternehme eine Lösung gefunden Spam zu stoppen: "Ich kann Euch daher nicht weitermachen lassen" so der Angreifer.

Cyber-Krieg

"Wir können nicht die Verantwortung für einen immer mehr eskalierenden Cyber-Krieg übernehmen, erklärt Eran Reshef den Rückzug seines Unternehmens folgendermaßen: "Dieser Gegner hatte zu viel Geld im Rücken und keine moralischen oder rechtlichen Grenzen. Hätten wir weitergekämpft, hätte er womöglich jeden einzelnen unserer Kunden attackiert und das Internet zum Zusammenbruch gebracht."

Tatsächlich haben auch Kunden des Unternehmens Drohbriefe der Spammer erhalten. In diesen Mails wurde behauptet, dass die Software illegal sei und damit "E-Mail Marketing Unternehmen" angegriffen würden. Die Benützer der Software müssten daher mit Konsequenzen rechnen.

Funktionsweise

Bekannt geworden ist Blue Security mit der unkonventionellen Methode, Spam-Versender – nach Ermahnungen – mit koordinierten E-Mail-Sendungen der rund 500.000 eigenen Kunden selbst zuzuspammen. Ursprünglich war die nicht unumstrittene Vorgangsweise zunächst von Erfolg geprägt, Blue Security zufolge konnten insgesamt sechs der zehn größten Spamversender zur Kooperation bewegt werden.

Wenig Chancen

Reshef sieht wenig Chancen für sein Unternehmen gegen die organisierte Internetkriminalität vorzugehen: "Das ist etwas, das man den Regierungen überlassen muss. Um diese Spammer zu bekämpfen, braucht man 100 Millionen Dollar". (red/pte)

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    Guter Spam

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