ÖGB garantiert "katastrophalen Vergleich"

6. Juni 2006, 09:05
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In Summe könnte das auf dem ÖGB lastende finanzielle Gesamtrisiko bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen

Wien - Ein "katastrophaler Vergleich" mit den US-Gläubigern bringt den ÖGB an den Rand des Ruins, schreibt "News". Fassungslos hätten mehrere Dutzend Funktionäre am Dienstag ÖGB-Präsidenten Hundstorfer und BAWAG-Generaldirektor Nowotny gelauscht, die den bevorstehenden Vergleich, mit einem Gesamtrisiko von rund 1,2 Milliarden Euro, zwischen den US-Refco-Gläubigern und der BAWAG erläuterten.

Dies sind einerseits Sofortkosten, andererseits gehören längerfristige Verpflichtungen zu den Vergleichs-Eckpunkten. Sofort zu zahlen sind 75 Millionen Dollar für die Mitbeteiligung an der Refco-Insolvenz sowie die selbe Summe für die Refco-Gläubiger.

Längerfristig zahlt die Bawag unter anderem 262,5 Millionen Dollar an die Staatsanwaltschaft New York sowie, als Abgeltung für eingetretene Refco-Verluste, 262,5 Millionen Dollar an die unbesicherten Gläubiger. Dies alles ist innerhalb eines Jahres, spätestens aber nach dem Verkauf der BAWAG zu bezahlen.

"Atempause" durch Zahlungsaufschub

Übertrifft der Erlös aus diesem Verkauf aber die Höhe von 1,8 Milliarden Euro, werden 30 Prozent des diese Summe übersteigenden Betrags je zur Hälfte an Staatsanwaltschaft und an Refco-Gläubiger überwiesen. Genau dies könnte ein Problem werden, denn der ÖGB steige, dank den zusätzlichen Karibik-Kosten, erst ab einem Verkaufserlös von 2,2 Milliarden Euro mit plus/minus aus den Bawag-Spekulationen aus, wie ein ÖGB- Funktionär zitiert wird. Wenn man aber auch noch die 30 Prozent an die Refco-Geschädigten überweisen müsse, werde man über Jahre die Schulden nicht los. Resümee in "News": Durch die Refco-Geschäfte hat der ÖGB sein größtes Asset, die Bawag, total verspielt. Einzige "Atempause" sei der Zahlungsaufschub bis zu einem Jahr. Damit fielen zwar höhere Zinsen an, aber die Hoffnung auf einen potenteren Käufer lebt. (APA)

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