Iglo sucht neuen Käpt´n

17. Mai 2006, 18:03
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Unilever will neben der Marke Iglo auch seine Tiefkühlsparte in zehn Ländern in Europa ab- stoßen. Der Käufer soll im Herbst feststehen

Wien - Bis Ende September will der britisch-niederländische Konsumgüterriese Unilever einen Käufer für die Marke Iglo gefunden haben. Derzeit werde das Tiefkühlgeschäft als separate Einheit im Konzern herausgelöst und eine eigene Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet, in die das Iglo-Geschäft eingebracht wird. Die Iglo-Unit in Österreich wird von Rainer Herrmann, derzeit Geschäftsführer von Eskimo-Iglo, geleitet werden, sagte der Geschäftsführer von Unilever Österreich, Ernst Klicka, am Mittwoch. Das Speiseeis-Geschäft werde in den Konzern integriert.

Wie berichtet will der britisch-niederländische Konsumgüterriese Unilever die Marke Iglo und in zehn von elf Ländern seine Tiefkühlsparte in Europa verkaufen. Davon betroffen ist auch das Iglo-Werk in Groß-Enzersdorf im Marchfeld, wo Unilever seit 35 Jahren Iglo-Produkte erzeugt. Nicht vom Verkauf betroffen ist der Speiseeis-Bereich mit der heimischen Marke Eskimo.

Tiefkühlsparte in Italien bleibt

Fest stehe, dass die Marke Iglo als gesamtes, also das komplette Geschäft in ganz Europa, verkauft werden soll. Es sei nicht möglich, Iglo Österreich getrennt zu verkaufen, betonte Klicka erneut: "Philosophien sind berechtigt, aber nicht zutreffend". Nur in Italien behält Unilever den Tiefkühlbereich. Italien sei als "Stand-alone Business" zu sehen und die rein italienische Marke Findus sehr stark. Das Österreich-Geschäft gehöre im Gegensatz dazu zum europäischen Iglo-Cluster, der "in Bausch und Bogen" verkauft werde, erläuterte Klicka.

Zwei Verkaufsstrategien

Derzeit gebe es zwei Optionen, wie der Verkauf abgewickelt werden könnte: Entweder gebe Unilever den TK-Bereich als Ganzes ab, oder der Frozen-Bereich in England und Irland (unter der Marke Bird's Eye) und Iglo (in acht westeuropäischen Ländern) werden separat verkauft.

Im Gegensatz zu anderen Ländern ist in Österreich das TK-Geschäft sehr erfolgreich gelaufen. Nach Deutschland wurde hierzulande der zweithöchste Umsatz mit Iglo-Produkten erzielt. Unilever - drittgrößter Nahrungsmittelkonzern der Welt - bekam im Tiefkühlbereich aber den Preisdruck durch Billiganbieter und die Diskonter zu spüren.

In Österreich lag der Umsatz von Unilever im Vorjahr bei rund 400 Millionen Euro. Mit der Marke Iglo wurden etwa 100 Millionen Euro umgesetzt, der Marktanteil in Österreich mit Iglo-Tiefkühlprodukten liegt bei 80 Prozent.

  •  Nur in Italien behält Unilever den Tiefkühlbereich.
    foto: iglo

    Nur in Italien behält Unilever den Tiefkühlbereich.

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