"So sieht sie aus, mein Kind, diese Welt"

8. Juni 2006, 13:59
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Den politischen Fotomontagen Friedl Dickers ist eine Ausstellung gewidmet, die bis Juli in Wien zu sehen ist

Am 23. Mai findet die Eröffnung der Ausstellung "So sieht sie aus, mein Kind, diese Welt - Friedl Dicker: politische Fotomontagen 1932/33" im Esra statt. eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Die Gesellschaft der Zwischenkriegszeit: Analysen, Utopien, und was davon blieb" wird die Veranstaltung begleiten.

Es diskutieren Daniela Hammer-Tugendhat, Ferdinand Lacina und Jan Tabor. Moderation: Doron Rabinovici. Um Anmeldung wird gebeten: Tel.: 01 214 90 14 oder Email. Bitte haben Sie Verständnis für die notwendigen Sicherheitskontrollen und bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit!

Biografisches zu Friedl Dicker

1898 in Wien geboren, Innenarchitektin, Designerin, Malerin, Bühnenbildnerin, Typografin und Pädagogin. Nach ihrer Ausbildung am Bauhaus in Weimar leitete sie von 1926 bis 1931 gemeinsam mit Franz Singer das renommierte Architekturbüro 'Singer-Dicker', das neben funktionellem und qualitativ hochwertigem Design auch Wohnungen, Geschäfte, Freizeitanlagen und den Montessori-Kindergarten 'Goethehof' entwarf. Ihr politisches Engagement führte zu ihrer Verhaftung während der Februarunruhen 1934 und ihrer anschließenden Emigration nach Prag. Friedl Dicker wurde am 9.Oktober 1944 in Birkenau ermordet. Unvergessen bleibt ihr Engagement für die Kinder von Theresienstadt.

Fotomontagen

1932/33 entstand eine sechsteilige Serie von sozialkritischen Fotomontagen, die in Form von Glasnegativen in den Sammlungen der Universität für angewandte Kunst Wien erhalten ist. Die Bilder zeugen vom starken sozialen Gewissen Friedl Dickers und sind trotz ihres hohen künstlerischen Anspruches bis heute kaum wahrgenommen worden. Sie wurden nun von der Kunsthistorikerin Angelika Romauch erstmals wissenschaftlich analysiert.

An Hand der Themen Nationalsozialismus, Wirtschaftskrise, Geburtenregelung, Erziehung, Ernährung und Wohnen wird das wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Klima in Österreich reflektiert, das von Arbeitslosigkeit, Elend und bürgerkriegsähnlichen Zuständen geprägt war. Anders als in Deutschland, wo die Fotomontage zum führenden Verfahren politisch orientierter Kunst wurde, fand sie in Österreich wenig Anklang. (red)

Eröffnung:
23. Mai 2006
19.30 Uhr
ESRA
Tempelgasse 5
1020 Wien
Ausstellungsdauer:
23. Mai - 31. Juli 2006
Mo - Do 8.30 - 11.30
14.00 - 19.00 Uhr
Fr 8.30 - 11.00 Uhr
  • Friedl Dicker
    foto: sammlungen des jüdischen museums prag
    Friedl Dicker
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