Kupfer-Hausse trieb Wachstum auf 50 Prozent

29. Juni 2006, 20:14
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Brixlegg steuerte 2005 mehr als Hälfte des Umsatzzuwachses bei - Neuer alter CEO Kovats sieht Börsegang reserviert

Wien - Die A-Tec Industries AG des österreichischen Industriellen Mirko Kovats hat im vergangenen Jahr ihren Jahresumsatz um 50 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro (723 Mio. Euro) gesteigert, wobei auf die Tiroler Kupferhütte Brixlegg und die erstmalige Konsolidierung des Werkzeugmaschinenbauers Emco den Hauptbeitrag dazu leisteten. Das Vorsteuerergebnis (EGT) des Mischkonzerns stieg um 57 Prozent auf 42,9 Millionen Euro und soll heuer erneut deutlich zulegen, erklärte A-Tec-Haupteigentümer und Vorstand Mirko Kovats am Mittwoch in Wien.

Zukäufe

Kovats, der die operative Führung des 10.000-Mann-Betriebs zu Jahresbeginn kurzfristig an den ehemaligen ÖVP-Politiker Johannes Ditz abgegeben hatte, will nach dem missglückten Rückzug aus dem Tagesgeschäft nun noch "sehr lange" an der Spitze der A-Tec bleiben, wie er bei der Bilanzpressekonferenz sagte. 2006 "wollen wir Umsatz, Ebit und EGT um 40 Prozent anheben", kündigte Kovats an, der von den Einkaufstouren in den vergangenen Jahren noch Zukäufe im Köcher hat, die erst ab heuer Umsatzbeiträge liefern werden. Größere Akquisition stehe keine an, hieß es.

Der größte dieser Zukäufe betrifft den in Singapur notierten Motorenhersteller Lindeteves-Jacoberg, der sich seit wenigen Tagen zu 51 Prozent im Besitz der A-Tec-Gruppe befindet. Mit der Akquisition soll ATB zum drittgrößten Elektromotorenhersteller Europas werden. Das Unternehmen beschäftigt etwa 3.000 Mitarbeiter. Weiters kommen bei der Anlagenbau-Division AE&E heuer voraussichtlich weitere 220 Millionen Euro an Umsätzen durch Neuakquisitionen dazu.

Dividende fällt aus

Im Hinblick auf die Börsepläne der A-Tec hielt sich Kovats merklich bedeckt. War vor kurzem noch vom 1. Halbjahr 2007 als Ziel die Rede, wollte Kovats am Mittwoch keine Prognose abgeben. "Wie sie in den vergangenen Tagen sicher bemerkt haben, kann sich das Umfeld binnen kurzer Zeit verändern", sagte er. Die Eigenkapitalquote ist durch die Einbehaltung des Gewinns 2004 von zuletzt elf auf 15 Prozent gestiegen, auch für 2005 soll keine Dividende gezahlt werden. Die konzernweite EGT-Marge von vier Prozent soll auf fünf Prozent gesteigert werden. 2005 hätten sowohl für Eigenkapital- als auch die Gewinnziele übertroffen werden können, sagte Kovats.

Wegen des um 30 Prozent gestiegenen Kupferpreises und die Übernahme der slowakischen Kovohuty konnten die Montanwerke Brixlegg ihren Umsatz im vergangenen Jahr auf 306 (111) Mio. Euro fast verdreifachen. Derzeit werden gerade 35 Millionen Euro in den Standort investiert. Weitere 124 Millionen des konzernweiten Umsatzwachstums von 361 Mio. Euro steuerte die erstmalige Konsolidierung des Salzburger Werkzeugmaschinenbauers Emco bei.

Division AE&E mit guten Verdiensten

Gut verdient hat im vergangenen Jahr die größte Division AE&E (443 Mio. Euro Umsatz), die mit einem Vorsteuerergebnis von 23 Millionen Euro auf eine Rendite von mehr als fünf Prozent kam. Etwa die Hälfte des Gewinns stammt von der Schweizer Von Roll Inova, sagte A-Tec-Vorstand Christian Schmidt. Ein "schwieriges Jahr" konstatierte Schmidt für die ATB, die bei 211 Millionen Euro Umsatz einen Vorsteuergewinn von nur einer Million Euro Euro machte. Als Gründe dafür nannte Schmidt die hohen Kupferpreise und die Integration der serbischen ATB Sever. Die serbische Tochter solle als ein "qualitativ hochwertiger, aber günstiger Komponentenlieferant" für den Konzern positioniert werden.

Eigentümer des Konzerns sind nach einem Anteilsabtausch zu Beginn des Jahres Kovats mit 69,5, Ronny Pecik mit 23,5 und Schmidt mit 7,5 Prozent. Kovats deutete an, dass Pecik aus dem Eigentümerkreis ausscheiden könnte. Neuer Eigentümer soll jedenfalls keiner dazukommen. (APA)

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