Vivendi legt zu

1. Juni 2006, 16:24
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Der französische Medien- und Telekom-Konzern hat seinen Quartalsgewinn um 10,9 Prozent gesteigert

Paris - Der französische Medien- und Telekom-Konzern Vivendi hat seinen Gewinn im ersten Quartal um 10,9 Prozent gesteigert. Der operative Gewinn (Ebit) sei auf 990 Mio. Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Paris mit. Analysten hatten im Schnitt 950,4 Mio. Euro erwartet.

Für das Gesamtjahr hob der Konzern seine Prognose für den bereinigten Nettogewinn um 16 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro an. Vivendi wies zudem die Forderung des Großaktionärs Sebastian Holdings zurück, Vivendi aufzuspalten. Vivendi hat Künstler wie Prince und Andrea Bocelli unter Vertrag, verkauft das Computerspiel "World of Warcraft" und besitzt den zweitgrößten Mobilfunk-Betreiber Frankreichs.

Umsatzsteigerung

Bereits im April hatte Vivendi mitgeteilt, der Umsatz im ersten Quartal sei um 5,7 Prozent auf 4,77 Mrd. Euro gestiegen. Experten hatten mit 4,68 Mrd. Euro gerechnet. Dazu hatten auch Verkaufsschlager wie das neue "Prince"-Album beigetragen. Vivendi gehört auch die weltgrößte Plattenfirma Universal Music Group.

Die Investorengruppe Sebastian Holdings hat nach Angaben aus Kreisen ein Angebot im Volumen von mehr als 40 Mrd. Euro zum Kauf von Vivendi vorgelegt. Das Angebot gehe auf eine Anfrage Universals zurück und sei als freundlich zu bezeichnen, hieß es in mit der Sache vertrauten Kreisen am Mittwoch.

Medien oder Telekom

Vivendi erklärte indes postwendend auf Anfrage, es habe kein Angebot und auch sonst "nichts Konkretes" erhalten. Auch habe es keine Anfrage gegeben. Sebastian um den norwegischen Investor Alexander Vik hält derzeit etwa vier Prozent an Vivendi. Zu Vivendi gehört unter anderem die weltgrößte Plattenfirma Universal Music Group, die Fernsehgruppe Canal Plus, und der zweitgrößte Mobilfunk-Betreiber Frankreichs, SFR.

Vivendi hatte in der Früh bei der Vorlage seiner Quartalszahlen mitgeteilt, es habe die Forderung von Sebastian Holdings abgewiesen, Vivendi aufzuspalten. In Medienberichten hatte es wiederholt geheißen, es gehe Vik darum, Vivendi dazu zu bewegen, sich entweder auf das Medien- oder aber auf das Telekom-Geschäft zu konzentrieren. Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy hatte im April gesagt, er sei offen für einen Dialog mit Sebastian Holdings. (APA/Reuters)

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