Estnische Nationalbank erwartet Folge-Diskussion

12. Juni 2006, 14:25
posten

Eesti-Pank-Chef Lipstock beglückwünscht Slowenien und hofft auf fortgesetzte Erweiterung der Euro-Zone

Tallinn - Die Estnische Nationalbank erwartet nach der Kommissions-Empfehlung für die Aufnahme Sloweniens in die Euro-Zone Anfang 2007 bei gleichzeitiger Ablehnung einer Euro-Einführung in Litauen zum selben Zeitpunkt eine Diskussion über die "wirtschaftlich sensible Auslegung der Maastrichter Kriterien". Dahingehend äußerte sich der Präsident der Estnischen Zentralbank, Andres Lipstock, am Dienstag in einer ersten Reaktion auf die Stellungnahme der EU-Kommission.

Lipstock beglückwünschte Slowenien zu der Kommissionsentscheidung und wünschte Litauen für die Zukunft Erfolg. Der estnische Zentralbankchef betonte gleichzeitig, die fortgesetzte Erweiterung der Euro-Zone sei im Interesse der Entwicklung der EU. Estland hatte vor rund drei Wochen seinen Euro-Wunschfahrplan wegen aussichtslos hoher Inflationswerte offiziell um ein Jahr auf 1. Jänner 2008 verschoben.

Die nun folgende Diskussion der Kommissionsentscheidung auf Ebene der EU-Minister und -Regierungschefs sei jedenfalls "willkommen" und werde mit Interesse verfolgt werden, da Litauen das Inflationskriterium nur knapp verpasst hatte und keine Probleme mit der Preisstabilität aufzuweisen habe. "Staaten mit kleinen, offenen Volkswirtschaften, die jahrelang erfolgreich mit einem an den Euro gekoppelten Wechselkurs klar gekommen sind, sind die am besten geeigneten Kandidaten für den Euro", zitierte die lettische Nachrichtenagentur LETA den estnischen Zentralbankchef. (APA)

Share if you care.