Österreicher holen im EU-Vergleich am stärksten auf

20. Juni 2006, 15:45
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Bruttojahresverdienst deutlich über dem europäischen Mittelwert

Die Österreicher haben beim Bruttojahresverdienst im Bereich Industrie und Dienstleistungen im EU-Vergleich am stärksten aufgeholt. Dies geht aus Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor, die am Dienstag in Brüssel präsentiert wurden. Demnach hat Österreich laut den Zahlen, die 2004 bearbeitet wurden, binnen vier Jahren - gemessen in Kaufkraftstandards - fünf Plätze gut gemacht und liegt nun unter 27 europäischen Staaten (alle EU-Staaten außer Malta sowie Norwegen und die Kandidatenländer Bulgarien und Rumänien) auf dem fünften Platz.

Belgien konnte - ebenfalls gemessen an Kaufkraftstandards - drei Plätze aufholen, die Niederlande, Deutschland und Luxemburg jeweils zwei. Am besten ist der Bruttoverdienst in Luxemburg, gefolgt von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. Die Kaufkraftstandards sind eine künstliche Währungseinheit, die die Unterschiede zwischen den nationalen Preisniveaus widerspiegelt, die durch die Wechselkurse nicht berücksichtigt werden.

Während der Mittelwert beim Bruttojahresverdienst - wieder unter Berücksichtigung der Kaufkraftstandards - in den 25 EU-Staaten bei 27.808 Euro liegt, verdient man in Österreich mit 32.505 Euro beträchtlich mehr. In Deutschland ist der Wert mit 33.461 Euro höher, in Italien mit 27.476 Euro niedriger.

Weniger bei Nachbarn

Deutlich geringer ist der Bruttojahresverdienst in den neuen EU-Staaten in unmittelbarer Nachbarschaft. In Slowenien liegt der mittlere Bruttojahresverdienst bei 16.416 Euro, in Tschechien bei 13.949, in der Slowakei bei 13.132 und in Ungarn bei 11.021 Euro.

Im EU-Vergleich sind die regionalen Unterschiede bei den Verdienstmöglichkeiten in Österreich am geringsten, wobei das ganze Land in nur drei Regionen aufgeteilt wurde: Ostösterreich, Süd- und Westösterreich. So verdient man in Ostösterreich rund um Wien am meisten, in Südösterreich am wenigsten. EU-weit ist Hamburg jene Region, in der im Bereich Industrie und Dienstleistungen die höchsten Verdienste erzielt werden, gefolgt von der britischen Hauptstadt London.

Bei den Verdienstmöglichkeiten bei Kreditinstituten und Versicherungen liegt dagegen London an der Spitze, gefolgt von Luxemburg. Mit beträchtlichem Abstand folgt die Region Hessen mit dem Finanzzentrum Frankfurt. Nur in Deutschland und Finnland werden die höchsten Verdienste nicht in den Regionen rund um die Hauptstadt erreicht, in Finnland ist dies rund um Åland. (Alexandra Föderl-Schmid aus Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.5.2006)

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