EADS profitiert von Airbus

1. Juni 2006, 16:24
posten

Quartalsergebnis des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns stieg um 20 Prozent - Entscheidung über mögliche Veränderungen des A350 "in Kürze"

Berlin - Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist dank starker Auslieferungen seiner Tochter Airbus mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus ins neue Jahr gestartet. Trotz ungünstiger Wechselkurse sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im Auftaktquartal um ein Fünftel auf 780 Millionen Euro gestiegen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Ergebnis von 691 Millionen Euro gerechnet hatten.

Unter dem Strich sei mit 516 Millionen Euro ein Viertel mehr Gewinn verblieben als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang sei von Jänner bis März um 18 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro gestiegen, der Auftragsbestand per Ende März stabil bei 248,6 Milliarden Euro geblieben.

"Die Geschäftsentwicklung von Airbus ist sehr gut wegen der höheren Auslieferungen und ein paar Kosteneinsparungen", sagte Analyst Nils Machemehl von MM Warburg. "Die wirkliche Überraschung ist der Bereich Defence & Security Systems. Die hatten einen wirklich guten Start."

Rüstungssparte mit schwarzen Zahlen

Die Rüstungssparte erwirtschaftete bei einem Umsatz von einer Milliarde Euro ein operatives Ergebnis von 35 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Bereich bei einem Umsatz von 925 Millionen Euro noch einen Verlust von 35 Millionen Euro verbucht. Die lange defizitäre Raumfahrtsparte schrieb eine schwarze Null nach einem Verlust von sechs Millionen Euro.

Im Konzern stieg der Umsatz vor allem dank Airbus um 30 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Der europäische Flugzeugbauer übergab von Jänner bis März 101 Flugzeuge an seine Kunden, im vergangenen Jahr waren es 87 Maschinen. Erzrivale Boeing lieferte im selben Zeitraum 98 Flugzeuge aus nach 70 im Vorjahr.

Die Prognosen für 2006 bekräftigte der Konzern. Demnach will EADS mindestens zehn Prozent mehr Flugzeuge ausliefern (Vorjahr: 378) und einen Umsatz von über 37 (34,2) Milliarden Euro erzielen. Der Betriebsgewinn soll zwischen 3,2 und 3,4 (2,85) Milliarden Euro liegen, der Gewinn je Aktie zwischen 2,35 und 2,55 Euro (2,11).

BAE-Kauf mit Fragezeichen

Nicht berücksichtigt in der Prognose sind Auswirkungen des möglichen Kaufs des 20-prozentigen Airbus-Anteils des britischen Rüstungskonzern BAE Systems. Die Briten wollen diesen Anteil an EADS verkaufen. Der Konzern würde damit zum alleinigen Eigentümer des Flugzeugbauers.

Die hauptsächlich in Paris gehandelte EADS-Aktie gab bis Dienstag Nachmittag zwei Prozent auf 28,77 Euro nach.

Airbus wird "in Kürze" über eventuelle Veränderungen an seinem Airbus A350 entscheiden. "Eine Analyse des A350-Programms findet derzeit statt. Optionen, die die Wünsche der Kunden berücksichtigen und die Vereinbarkeit mit längerfristigen Zielen von Airbus werden in Erwägung gezogen", teilte der Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS am Dienstag mit. Der noch nicht auf den Markt gebrachte A350 wurde in jüngster Zeit heftig kritisiert und hat Schwierigkeiten, mit dem zukünftigen Modell 787 Dreamliner des amerikanischen Flugzeugbauers Boeing zu konkurrieren, der 2008 betriebsbereit sein soll. (APA/Reuters/dpa)

Share if you care.