Alitalia: Streiks und Treibstoffkosten verhageln Bilanz

1. Juni 2006, 16:24
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Die Sanierungsbemühungen von haben offenbar bisher nicht gegriffen: Die italienische Fluggesellschaft weitet im Erstquartal ihre Verluste aus

Rom - Die italienische Fluggesellschaft Alitalia ist im ersten Quartal 2006 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Insbesondere hohe Treibstoffkosten und Streiks hätten das Ergebnis belastet, teilte Alitalia mit. Den operativen Verlust in den ersten drei Monaten bezifferte die Fluggesellschaft mit 128,8 Millionen Euro, nach 118,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Eine Prognose für das Gesamtjahr gab Alitalia nicht ab. Die Airline werde bis Ende des laufenden Quartals warten, ob das Ziel der Rückkehr in die Gewinnzone unter dem Strich 2006 aufrecht erhalten bleibe, hieß es. Der Umsatz ging im ersten Quartal um 3,1 Prozent auf 965 Mio. Euro zurück. Für Treibstoff hat die Airline im ersten Quartal 193 Millionen Euro ausgegeben, um 38 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Steigende Passagierzahlen

Dank der Sanierungsaktion von Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli konnten die Personalkosten im ersten Quartal um 35 Prozent auf 191 Millionen Euro reduziert werden. Die Passagierzahl kletterte von Jänner bis März um 1,9 Prozent auf 5,2 Millionen.

Die Gewerkschaften sind jedoch nicht zufrieden und drängen auf Cimolis Rücktritt. Dieser hatte 2004 die Führung der noch staatlichen Gesellschaft übernommen. Noch im Jänner hatte Cimoli sein Ziel bekräftigt, bis Ende 2006 wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Cimoli macht für die negativen Quartalsergebnisse die wilden Streiks im Jänner zum Teil verantwortlich. Diese Protestaktionen hätten der Gesellschaft 30 Millionen Euro gekostet.

Der Alitalia-Chef zeigte sich über die Zukunft der staatlichen Airline aber optimistisch. "Alitalia kann es schaffen. Wir dürfen aber nicht aufgeben. Ich werde bestimmt nicht aufgeben", so Cimoli. (APA)

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