Kein Open Source Java - vorerst

17. Mai 2006, 14:06
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Sun nimmt sich noch etwas Bedenkzeit - Einige Produkte rund um Java sollen aber freigegeben werden

Viel wurde in den letzten Wochen über eine mögliche Freigabe von Java unter einer Open Source-Lizenz spekuliert, allein: Sun spiel nicht mit. Zumindest auf der vom 16.-19. Mai stattfindenden JavaOne-Konferenz soll es keine entsprechende Ankündigung geben, dies berichtet CNET.

Überlegungen

Offenbar hat sich das Unternehmen noch nicht zu einer diesbezüglichen Entscheidung duchringen können, vom Tisch ist die Angelegenheit damit aber auch nicht, wie Rich Green, Vizepräsident in der Softwareabteilung von Sun, herausstreicht. Derzeit evaluiere man noch die einzelnen Möglichkeiten, man wolle "das Richtige für die richtigen Leute" tun.

Forderungen

Die Veröffentlichung von Java unter einer Open Source-Lizenz wurde in der Vergangenheit immer wieder nicht nur von KundInnen des Unternehmens sondern auch von Analysten gefordert. Doch Sun ziert sich bisher noch, vor allem verweist man dabei auf Befürchtungen, dass die Code-Basis durch eine Freigabe fragmentiert werden könnte, und mehrer inkompatible Java-Varianten entstünden.

Konkretes

Statt dessen sollen auf der JavaOne nun fürs erste einmal einige Softwarepakete rund um den Java-Kern eine Open Source-Lizenz veröffentlicht werden. Dazu soll etwas ein neuer Java Application Server, der auf der Java Enterprise Edition 5 Standard basiert, gehören. Zu den weiteren Freigabekandidaten gehören etwa der Sun Java System Portal Server 7 und das Java Studio Enterprise Tool.

Lizenzwechsel

Für Java selbst kommt hingegen "nur" eine neue Version der Java Distribution Lizenz kommen, die die Verbreitung mit Linux-Betriebssystemen und Opensolaris-Versionen erleichtern soll. In der Vergangenheit ist Java aus lizenzrechtlichen Gründen aus den Default-Installationen einiger Linux-Varianten geflogen.

Bedingt interessant

Für Analysten wie Richard Monson-Haefel von der Burton Group eindeutig zuwenig, das "einzig berichtenswerte wäre, wenn Sun Java als Open Source freigibt". Alles andere sei von geringer Bedeutung für den Markt, das Sun im Middleware-Bereich ohnehin hinter der Konkurrenz von IBM oder JBoss herhinkt, so Monson-Haefel.

Open Source

Aber noch ist ja keine endgültige Entscheidung gefallen, Richard Green will jedenfalls die Open Source-Strategie des Unternehmens weiter beschleunigen. Gerade am Beispiel des eigenen Betriebssystems habe sich gezeigt, wie hilfreich so ein Schritt sein kann, Solaris habe durch die Freigabe des Source Codes eine regelrechte Verjüngungskur erfahren. (red)

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