Borealis-Gewinn von Werksschließung belastet

1. Juni 2006, 16:26
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Umsatz gestiegen - Kunststoffpreise steigen - 25 bis 30 Mio. Euro Investitionen ins Forschungszentrum Linz geplant

Wien - Der Kunststoffproduzent Borealis, an dem der OMV-Konzern 35 Prozent hält, konnte seinen Umsatz im ersten Quartal 2006 zwar steigern, der Gewinn wurde durch Rückstellungen im Zuge der Stilllegung einer Anlage in Norwegen aber negativ belastet. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, ist der operative Gewinn von 110 auf 36 Mio. Euro im Auftaktquartal 2006 zurück gegangen. Der Umsatz verbesserte sich von 1,14 auf 1,33 Mrd. Euro.

Auf Grund eines erhöhten Betriebskapitals - eine Folge höherer Preise und Absatzmengen - sowie einer Dividendenzahlung von 45 Mio. Euro stiegen die verzinslichen Netto-Schulden im ersten Quartal um 79 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad liegt demnach bei 49 (44) Prozent. Der Nettogewinn wurde mit 31 Mio. Euro angegeben, nach 84 Mio. Euro im ersten Quartal 2005.

Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise

Das erste Quartal sei von einem weiteren Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise in Verbindung mit unbeständigem Nachfrageverhalten charakterisiert gewesen, sagte Borealis-Chef John Taylor zu den Quartalsergebnissen. Das Unternehmen habe aus den Kapazitätserhöhungen erfolgreich Nutzen gezogen. "Angesichts dieses Umfelds müssen wir weiterhin trachten, zur Erhaltung der Profitabilität die Preise unserer Kunststoffe anzuheben," so Taylor.

Im Zuge des Ausbaus des Forschungszentrums in Linz seien eine deutliche Erhöhung des Mitarbeiterstandes in Linz und Infrastruktur-Investitionen von 25 bis 30 Mio. in den nächsten fünf Jahren verbunden, teilte Borealis mit. Die Entscheidung sei Teil einer umfassenden Vereinbarung mit dem Land Oberösterreich, das bis zum Jahr 2011 an die 19 Mio. investieren wird, um Oberösterreich als Zentrum der Kunststoffforschung zu forcieren.

Investitionen in Finnland

6 bis 7 Mio. Euro werde Borealis 2006 in das Innovationszentrum in Finnland investieren. Weiters wurden die Pläne zur Errichtung eines Innovation Centre in Abu Dhabi als Teil des kontinuierlichen Wachstums von Borouge, dem Joint Venture mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), bekannt gegeben.

Die von Dänemark nach Österreich verlegte Konzernzentrale des internationalen Kunststoffkonzerns Borealis wird am 10. Juli 2006 im IZD Tower in Wien die Arbeit aufnehmen. Das Büro in Kopenhagen wird am 30. Juni geschlossen. Borealis gehört zu 35 Prozent der OMV und zu 65 Prozent dem strategischen OMV-Aktionär IPIC aus Abu Dhabi. (APA)

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