Überwachung von ganz oben

24. August 2006, 14:01
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Satellitenaufklärung wird immer wichtiger - US-amerikanische "National Geospatial Intelligence Agency" kann auch Details gezielt beobachten

Wer sich gern mit Services wie Google Maps oder MSN Virtual Earth spielt, wird sich schon mal gefragt haben, was man mit so einer Technologie alles machen könnte, wenn man sie zielgerichtet einsetzen kann. Während Normalsterblichen dafür üblicherweise die Ressourcen fehlen, schaut es bei staatlichen Behörden ganz anders aus: Die US-amerikanische National Geospatial Intelligence Agency (NGA) kümmert sich um die Überwachung aus dem Weltall, dies berichtet das Magazin Wired.

Wichtigkeit

Was einst ein Stiefkind der anderen großen US-Geheimdienste war, hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das verdeutlicht auch das Wachstum der Behörde, genaue Zahlen will man zwar nicht nennen, die NGA gehört aber zu den "jüngsten" seiner Art, 40 Prozent der MitarbeiterInnen kamen in den letzten 5 Jahren neu hinzu.

Zentral

Im Zentrum der Tätigkeiten der NGA stehen dabei derzeit die Information über "regionale Bedrohungen", der Kampf gegen den Drogenhandel und Terrorismus und die Überwachung von Vorgängen in Ländern wie Iran oder Nordkorea. Das Ganze sei so eine Art Schachspiel, so James Clapper, Chef der NGA: Einige der Länder - wie etwa der Iran - hätten recht detaillierte Informationen über die Möglichkeiten der US-Behörden, und könnten ihre Aktionen so in einem gewissen Maß verschleiern. In solchen Fällen geht es dann vor allem darum, die Überwachten erst recht auszutricksen.

Lichtfragen

Wie bei allen Technologien gilt auch hier: Ob "gut" oder "böse" bestimmen diejenigen, die sie einsetzen. So kam die NGA letztes Jahr im Zuge der Rettungsaktionen nach den verheerenden Hurrikankatastrophen zu ungewohnter öffentlicher Aufmerksamkeit. Mehr als 900 MitarbeiterInnen der Behörde halfen nicht nur bei der Koordination der Rettungsaktionen, Opfer konnten auch bei der NGA um Bilder ihrer Grundstücke anfragen, um sich so einen Überblick über die tatsächlichen Schäden machen zu können.

Möglichkeiten

Auch bei der Vorbereitung von Sicherheitsmaßnahmen für Großereignisse wie die Super Bowl hilft die NGA. Im Fall einer aktuellen Bedrohung - wie etwa einer Geiselnahme - kann die Behörde schnell einen Überblick über die Situation liefern, die Satellitenbilder können mit Kartenmaterial und anderen Informationen verbunden werden, auch gezielt heranzoomen stellt kein Problem dar. Über die dabei möglichen maximalen Auflösungen schweigt man sich zwar aus, es wird aber davon ausgegangen, dass diese deutlich höher als die von kommerziell verfügbaren Satelliten ist, die derzeit Objekte bis zu einer Meter Größe ausmachen können.

Privatsphäre?

Solche mächtigen Fähigkeiten hinterlassen natürlich nicht bei allen notwendigerweise ein Gefühl der erhöhten Sicherheit, immerhin ist unklar was und wieviel die NGA konkret überwacht. Auch wenn Clapper versichert, dass man normalerweise nur "Großaufnahmen" macht, die die Privatsphäre einzelner BürgerInnen nicht beeinträchtigen sollen: Gerade vor dem Hintergrund der unlängst öffentlich gewordenen umfassenden Telefon-Abhöraktionen der US-Regierung hinterlassen die Möglichkeiten der Behörde bei vielen ein eher ungutes Gefühl. (red)

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Wired

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