Maikäferdichte regional angestiegen

21. Mai 2006, 19:52
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Land- und Forstwirte sind alarmiert - Auch stärkere Engerlingsschäden in mehreren Bundesländern

Wien/Innsbruck - Romantiker können sich freuen, Land- und Forstwirte sind alarmiert: Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) meldet regional wieder mehr Maikäfer und auch Engerlingschäden in mehreren Bundesländern. Vor allem West-Österreich habe in den vergangenen Jahren wieder mehr Probleme mit den Brummern, bestätigte Andreas Koutny von der Tiroler Landwirtschaftskammer gegenüber der APA.

Regelmäßig wiederkehrende starke Maikäferflüge werden laut der zentralen Datenauswertung der AGES aus Tirol (auch Osttirol), Kärnten (Drautal, Gailtal), Vorarlberg (Walgau), Salzburg (Flachgau) und Teile Oberösterreichs (Inntal, Täler der Alpenflüsse) gemeldet. Heuer ist in Teilen des Inntals, des Salzachtals und des Kremstals ein ausgesprochenes Maikäferjahr, wie es alle drei bzw. vier Jahre wiederkehrt. Parallel dazu werden aus mehreren Bundesländern auch wieder stärkere Engerlingschäden gemeldet.

Auf Grund des Entwicklungszyklus der Maikäfer kann man recht gut vorhersagen, in welchen Regionen Österreichs mit einem Auftreten der Maikäfer zu rechnen ist. Denn je nach Höhenlage brauchen die drei in Österreich vorkommenden Maikäferarten drei bzw. vier Jahre, um sich vom Ei über den Engerling zum fertigen Käfer zu entwickeln. Die als Engerlinge bekannten Maikäferlarven entwickeln sich vollständig im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Die Entwicklung der Käfer läuft synchron ab. Das bedeutet, dass sämtliche Käfer einer Population im selben Jahr erwachsen werden.

Bekämpfung schwierig

Großräumige Untersuchungen zu den Maikäferflügen wurden in Österreich bereits 1913 gestartet. Eine 1950 eingeführte Befragungsaktion über die Maikäferflüge wird heute noch immer verwendet und lässt direkte Vergleiche in einem über fünfzigjährigen Zeitraum zu, berichteten die Experten der Ages. Mitte Mai werden alljährlich Fragekarten an die meisten österreichischen Volksschulen versandt, worin die Intensität des Maikäferfluges nach der Einteilung "stark", "schwach", "vereinzelt" oder "fehlend" erfragt wird.

Die Bekämpfung der Maikäfer bezeichnen die Experten als schwierig. Die hauptsächlichen Schäden werden von den Engerlingen verursacht. Es gibt zwar chemische Mittel, um die Engerlinge zu bekämpfen, allerdings sind diese Mittel auch für die Umwelt problematisch. Besser geeignet ist ein Pilzpräparat: Dabei wird der in der Natur vorkommende, für die Larven des Maikäfers tödliche Pilz Beauveria brongniartii auf Getreidekörnern vermehrt. Die Körner werden in den Boden eingebracht, wo der Pilz wächst, schließlich auch in den Engerling eindringt und ihn zum Absterben bringt. (APA)

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    Romantiker können sich freuen, Land- und Forstwirte sind angsichts der gestiegenen Maikäferdichte alarmiert.

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