Gemeinsame Achse zwischen Venezuela und Iran gegen USA

10. Juni 2006, 14:43
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Handel von Öl in Euro: Chavez lobt Vorschlag Teherans - Nach US-Sanktionen Verkauf von F-16-Flugzeugen an Iran erwogen

London - Venezuela hat sich offen für die Idee gezeigt, sein Öl in Euro statt in Dollar abzurechnen. Präsident Hugo Chavez sagte am Dienstag dem britischen Sender Channel 4, ein entsprechender Vorschlag des Iran sei interessant. "Ich glaube, die Europäische Union hat mit dem Euro einen wichtigen Beitrag geleistet." Der Iran habe mit dem Euro-Vorschlag "die Macht Europas" anerkannt. "Sie haben eine Gemeinschaftswährung, die im Wettbewerb mit dem Dollar steht, und Venezuela könnte sich das auch überlegen - diese Freiheit haben wir", sagte Chavez.

Venezuela und Iran gehören zu den größten Öl-Produzenten der Welt. Beide Staaten haben gespannte Beziehungen zu den USA. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte vor einigen Tagen erklärt, sein Land wolle in den kommenden zwei Monaten eine Öl-Börse auf der Insel Kisch aufbauen. Im Westen wurde spekuliert, durch die Verwendung des Euro als Währung könnte die Bedeutung des Dollar untergraben werden.

F-16 an Iran?

Nach der Verhängung eines Rüstungsembargos durch die USA hat Venezuela den Verkauf seiner US-Kampfflugzeuge vom Typ F-16 an den Iran ins Spiel gebracht. Ein Mitglied des venezolanischen Generalstabs, General Alberto Muller Rojas, sagte am Dienstag, er habe dem Verteidigungsministerium in Caracas den Verkauf der F-16-Maschinen vorgeschlagen. Viele Länder, darunter auch der Iran, seien an dem Rüstungsmaterial interessiert.

USA schließen Geschäft aus

Die US-Regierung schloss ein solches Geschäft umgehend aus. Bei der Lieferung von US-Rüstungsgütern an andere Staaten gebe es Klauseln, die den Weiterverkauf an Drittstaaten von der Zustimmung Washingtons abhängig machten, sagte der Sprecher im US-Außenministerium, Sean McCormack. Venezuela habe nicht die Erlaubnis, die Flugzeuge an den Iran oder andere Staaten zu veräußern.

Die USA hatten am Montag ein Embargo für Waffen und andere Rüstungsgüter gegen Venezuela verhängt. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass das südamerikanische Land nicht ausreichend im Kampf gegen den internationalen Terrorismus kooperiere.

"Ohnmächtiges Imperium"

Chavez hat sich am Dienstag über die von den USA angedrohten Waffen-Sanktionen gegen sein Land lustig gemacht. "Das nordamerikanische Imperium wird zu einem Papiertiger", sagte Chavez der BBC am Dienstag in London. Wenn die USA tatsächlich den Verkauf von Waffen an Venezuela stoppen wollten, sei dies ein Beleg für den Machtmissbrauch und die Verzweiflung der USA. Doch Venezuela werde die Androhung ignorieren. "Es ist ein ohnmächtiges Imperium", sagte Chavez. (APA/Reuters/red)

  • Der Iran und Venezuela kommen einander näher
    montage: derstandard.at

    Der Iran und Venezuela kommen einander näher

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