Das Wiener Wein-Wunder

21. Mai 2006, 19:22
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Vier der besten Winzer von Wien sorgen künftig unter der Marke "WienWein" gemeinsam für internationale Auftritte

Es ist ein kleines Wunder, dass vier der besten Winzer von Wien nicht mehr alleine und in Konkurrenz ihre Ziele verfolgen – sondern unter der Marke "WienWein" künftig gemeinsam für ordentliche internationale Auftritte sorgen.

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Wien – Im Spätherbst saßen die vier bei einem gemütlichen Abendessen beisammen. Ob es nicht gescheiter wäre, die Kräfte zu bündeln, überlegten sie, ob sie nicht gemeinsam nicht noch stärker auftreten könnten. Denn eines war ihnen klar: "Wir vier sind auf einem Niveau", so Fritz Wieninger – und er braucht nicht extra dazu zu sagen, dass damit das absolute Top-Niveau von Wien gemeint ist.

Für "Weinfreaks"

Fritz Wieninger aus Stammersdorf, Rainer Christ aus Jedlersdorf sowie Michael Edlmoser und Richard Zahel aus Mauer "können internationale Verkostungen gewinnen, unsere Weine finden sich auf den Karten der Top-Gastronomie und bei den Weinfreaks im privaten Bereich", fasst Edlmoser zusammen.

Montagmittag präsentierte das Quartett in der Secession ihre gemeinsame Sache: Ab sofort vereinigen sie sich auch unter der Edel-Dachmarke "WienWein". Und damit wollen sie künftig verstärkt gemeinsam in Erscheinung treten. Nicht zuletzt bei Veranstaltungen im Ausland. Denn gerade dort sei es oft "traurig", so Zahel: "Da stehst alleine – und als Z. aus W. automatisch ganz hinten im Eck."

Jetzt will "WienWein" in den nächsten Jahren "ein paar spannende gemeinsame Aktionen setzen", verspricht Edlmoser, "wir werden unsere Synergien fachlich und in der Vermarktung nutzen." Für diesen Zweck wurde auch Wiens größter Getränkegroßhändler Del Fabro mit an Bord genommen.

"Im Vergleich wurden in der Wiener Region ein paar Jahre verträumt", beschreibt Christ die Ausgangssituation. Dabei stecke gerade in Wien noch viel Potenzial: "Dornröschen wurde gerade wachgeküsst", beschreibt Zahel die Aufbruchstimmung.

Daher verstehen sich die Vier keineswegs "als privater Klub", wie Christ betont. man sehe sich als Initialzünder – "vielleicht wird noch der eine oder die ander zu uns stoßen, WienWein steht offen." Die Kriterien sind jedenfalls eindeutig: "Es werden nicht ein, zwei Weine genügen."

Die Kriterien

Wer sich WienWein anschließen will, muss eine "herzeigbare Serie von unten nach oben haben – wobei der schwächste Wein der wichtigste Parameter sein wird", so Wieninger. Diese Qualität muss über ein paar Jahre gehalten werden – und auch ein gewisser Umfang in der Produktion ist notwendig, um in den exklusiven Kreis von WienWein aufgenommen werden zu können.

Bestechend an diesem Wiener Spitzenquartett ist jedenfalls, dass es bereits jetzt die große klimatische und geologische Vielfalt der Wiener Weinregion repräsentiert. Schließlich produzieren sie ihre Weine sowohl im Süden auf dem Kadolzberg und dem Maurerberg, als auch im Norden im Donauraum, auf dem Bisamberg, aber auch bereits auf dem Nussberg.

Eines ist ihnen aber wichtig: "Wir treten sicher nicht gegen den Heurigen auf – wir führen ja selbst welche. Er soll bei uns nur nicht im Vordergrund stehen, sondern die reine Weinseite", betont Wieninger. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD – Printausgabe, 16. Mai 2006)

  • Die Wiener Wein-Spitze besticht künftig als "WienWein": Edlmoser, Wieninger, Zahel und Christ (von li.).
    foto: standard/andy urban

    Die Wiener Wein-Spitze besticht künftig als "WienWein": Edlmoser, Wieninger, Zahel und Christ (von li.).

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