Gusenbauer auf der Summerstage: Schüssel ist "Vergangenheit"

3. Juni 2006, 22:56
104 Postings

SP-Gegenveranstaltung zu Kanzler-Rede

Wien - Als Gegenveranstaltung zur Kanzlerrede zur Lage der Nation hat die SPÖ ihr Event zum heutigen Staatsvertragsjubiläum angelegt. Statt ins noble Konzerthaus lud die Parteijugend am Nachmittag rund 300 Jugendliche zum Treffen mit SP-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer in ein Lokal auf der Wiener Ausgehmeile Summerstage. Gusenbauer präsentierte sich dort demonstrativ selbstbewusst: "Das was der Bundeskanzler heute vorgesungen hat, hat weniger mit den Herausforderungen der Zukunft zu tun als mit der Vergangenheit. Am Vormittag hat die Vergangenheit stattgefunden, am Nachmittag jetzt bei uns die Zukunft."

Meinungsumfrage

Der Meinungsforscher Günther Ogris hatte zuvor die Ergebnisse einer Umfrage unter Jugendlichen in acht europäischen Ländern präsentiert, demnach sind die jungen Österreicher, was ihre Erwartungen in Sachen Einkommen, soziale Sicherheit und Arbeitsplatzsituation angeht, am pessimistischsten. 62 Prozent würden glauben, dass ihre Arbeitsplatzsituation in zehn Jahren schlechter sein werde, als die heutige ihrer Eltern, meinte Ogris.

Schauspieler

Der Schauspieler Fritz Muliar, als Staatsvertragszeitzeuge eingeladen, konnte das gut nachvollziehen und kritisierte den "Stillstand" in der Kultur- und Bildungspolitik. Am 15. Mai 1955 habe es geheißen "Österreich ist frei", meinte der Schauspieler, heute befindet sich das Land aber in "Geiselhaft einer konservativen Regierung", es wäre Zeit sich davon zu befreien.

"Tun Sie was, Herr Gusenbauer"

Ebenfalls mit aufs Podium gebeten hatte die SPÖ drei Jugendliche, die von ihren Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche und bei der Finanzierung des Studiums berichteten. Die inszenierte Podiumsdiskussion gipfelte in der Aufforderung eines Studenten an den Parteichef: "Tun Sie was, Herr Gusenbauer."

Dieser ließ sich nicht lange bitten und versprach den Jugendlichen im Fall eines Wahlsiegs die Schaffung eines Lehrlingsausbildungsfonds nach Vorarlberger Vorbild und das Ende der Studiengebühren. Die Jugendlichen dankte es ihm mit Applaus und Jubelrufen. Scharfe Kritik übte der SP-Spitzenkandidat an der Aussage von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, wonach nur noch Bummelstudenten etwas gegen die Studiengebühren haben könnten. "Wir sehen, dass immer mehr Studenten arbeiten gehen müssen, um sich ihr Studium zu finanzieren und dann werden sie beleidigt in Bausch und Bogen vom amtierenden Bundeskanzler, das ist ein starkes Stück." (APA)

Share if you care.