AUA will Chartergeschäft ausbauen

29. Mai 2006, 08:52
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Die Austrian-Gruppe will durch verstärktes Incoming-Geschäft aus Osteuropa ihre Position am Chartermarkt stärken

Mit der jüngsten Auslieferung der Boeing 737-800 an die AUA-Tochter Lauda Air soll dringend benötigte Kapazität für die kommende Charter^saison abgedeckt werden. Die AUA-Gruppe hat einen Anteil von mehr als 50 Prozent am heimischen Chartermarkt und erwirtschaftet in diesem Segment ein jährliches Geschäftsvolumen von 250 bis 260 Millionen Euro, 18 Prozent des gesamten Passagieraufkommens der AUA.

"Wir sind einem starken saisonalen Geschäft ausgesetzt. Allein in vier Sommermonaten müssen wir die Hälfte des gesamten Jahresgeschäftes abwickeln", sagte Lauda-Air-Geschäftsführer Thomas Suritsch, anlässlich der Auslieferung der neuesten Boeing 737-800 in Seattle. Im Vorjahr hatte Lauda Air 1,6 Millionen Passagiere befördert. Suritsch erwartet heuer einen moderaten Anstieg auf 1,7 Millionen Passagiere.

Einzelplatzverkauf nimmt zu

Um die Lauda-Air-Flotte von sieben Boeing 737-800 und zwei Airbus A320 wirtschaftlich zu betreiben, muss in saisonalen Randzeiten Geschäft gefunden werden. So wird das touristische Incoming nach Österreich im Winter forciert. Der weitere Ausbau kann vor allem in Osteuropa stattfinden. "Hier werden wir Kombinationen von Charter/Linie, wie etwa aus Bukarest oder Moskau in Richtung Salzburg und Innsbruck zu den Winterzentren anbieten", betonte AUA-Vorstand Josef Burger. Außerdem wickelt die AUA von Juni bis September Charterflüge aus Japan, etwa Sendai und Sapporo, nach Österreich ab.

Generell erfährt das Chartergeschäft eine Veränderung. Der individuelle Verkauf von Flugtickets, der Einzelplatzverlauf, nimmt zu. Die klassische Pauschalreise, das Segment Charter, wird aber kleiner.

"Der Einzelplatzverkauf macht bereits zwölf Prozent aus. Tendenz steigend", so Suritsch, welcher nach wie vor eine Berechtigung für den Weiterbestand der Marke Lauda Air innerhalb der AUA-Gruppe sieht. "Da diese international einen hohen Bekanntheitsgrad hat."

Keine Charterflüge ab Bratislava

Suritsch weiß aber auch, dass Lauda Air sich wirtschaftlich behaupten muss, um diesen Brand halten zu können. Jede der sieben Boeing 737-800 muss mindestens 3000 Flugstunden jährlich produzieren, um profitabel zu sein. Charterflüge ab dem billigeren Flughafen Bratislava sind übrigens nicht geplant. "Unsere Tochtergesellschaft Slovak Air (die AUA hält 62 Prozent) deckt mit zwei Boeing 737 den Markt ab. Wir werden versuchen, diese Kapazitäten auch ab Drittmärkten, etwa Ungarn, zu verkaufen", erläutert Burger. Flüge der Slovak Air ab Österreich seien nicht geplant.

Die Lauda Air fliegt seit 20 Jahren mit Boeing 737, dem mit derzeit mehr als 6000 Bestellungen meistverkauften Verkehrsflugzeug aller Zeiten. Am 11. Mai wurde die letzte Boeing 737 für die AUA ausgeliefert. (Kurt Hofmann aus Seattle, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.5.2006)

  • Die AUA hat derzeit zwei Boeings 737-600 (eine verleast, eine steht zum Verkauf), zwei Boeing 737-700, sieben 737-800 (Bild), sechs 767-300ER und drei 777-200ER.
    foto: aua

    Die AUA hat derzeit zwei Boeings 737-600 (eine verleast, eine steht zum Verkauf), zwei Boeing 737-700, sieben 737-800 (Bild), sechs 767-300ER und drei 777-200ER.

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