ORF-"Sommergespräche" fallen für ÖVP günstig

21. Juni 2006, 14:21
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Thurnher soll Konfrontationen moderieren

Wien - Fest steht erst einmal, dass nicht mehr Armin Wolf die ORF-"Sommergespräche" mit den Parteichefs führen soll, sondern die Radiojournalistin Gabi Waldner - was zu einem Protest der "ZiB"-Redaktion führte, die erst aus der APA von dieser Besetzung erfuhr. Aber auch die Moderation der Streitgespräche der Parteichefs scheint bereits festzustehen, hier soll ebenfalls eine Frau zum Zug kommen, und zwar die "ZiB"-Moderatorin Ingrid Thurnher. Chefredakteur Werner Mück, so heißt es im ORF, wolle sich aus der Schusslinie nehmen, da er Informationsdirektor oder sogar Generaldirektor des ORF werden wolle.

Offiziell wurden den Parteien noch keine Termine für die Sommergespräche mitgeteilt, intern kursiert im ORF aber bereits eine Liste mit den Sendeplätzen. Wie üblich sind Dienstag und Freitag als Termine für die Parteichefs vorgesehen, gestartet wird im August, also noch in den Sommerferien. Für die ÖVP fällt der Termin dennoch günstig. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ist als Letzter für Freitag, den 1. September vorgesehen, wenn die Österreicher großteils bereits aus den Ferien zurückgekehrt sind. SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer soll dagegen mit Dienstag, den 29. August, vorlieb nehmen - in der politisch "toten Zeit".

"Motivationsrede"

Die ÖVP kann mit diesem Schüssel-Auftritt im ORF die Intensivzeit des Wahlkampfes eröffnen. Der Kanzler soll so gleich das erste Wochenende nach den Ferien medial dominieren. Und auch das darauf folgende Wochenende soll medial schwarz gestaltet werden. Da findet die ÖVP-Klausur statt - mit der "Motivationsrede" des Kanzlers.

Die Sommergespräche bleiben den Parlamentsparteien vorbehalten - Hans-Peter Martin, sollte er antreten, wird nicht zu Wort kommen. Er spricht von einer "noch nie da gewesenen Instrumentalisierung des ORF zugunsten einer Partei, durchgeführt von Herrn Mück". (völ/DER STANDARD, Printausgabe, 15.5.2006)

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