Staatsekretär trat wegen Streits um Gas-Pipeline zurück

1. Juni 2006, 11:18
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Schnepf hatte Zusammenarbeit mit Berlin und Moskau angekündigt

Warschau - Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bau einer deutsch-russischen Gaspipeline durch die Ostsee hat der außenpolitische Berater von Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz am Sonntag seinen Rücktritt eingereicht. Marcinkiewicz habe das Entlassungsgesuch von Ryszard Schnepf angenommen, teilte ein Regierungssprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP mit.

Schnepf hatte ohne Zustimmung des Ministerpräsidenten in der vergangenen Woche gegenüber der Zeitung "Rzeczpospolita" eine mögliche Einigung in dem Streit in Aussicht gestellt. Nach Schnepfs Angaben sprach Marcinkiewicz bei seinem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Berlin über eine mögliche Beteiligung Polens an dem Projekt. Warschau wolle dafür einen Vertreter in den Aufsichtsrat des Pipeline-Konsortiums entsenden.

Marcinkiewicz wies die Aussagen seines Beraters am Donnerstag zurück. Er habe mit Merkel zwar über eine mögliche Lösung in dem Streit gesprochen, eine polnische Beteiligung an dem Projekt sei jedoch nie Thema gewesen. Die geplante Gas-Pipeline stelle nach wie eine Bedrohung für die Energiesicherheit Polens und die Umwelt in der Ostsee dar. (APA)

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