Winzer darf - darf nicht

13. Juli 2007, 13:40
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Was in Österreich bei der Weinproduktion (noch) nicht erlaubt ist

In Österreich erlaubt

Chaptalisieren, "Aufzuckern" durch Beigabe von Rübenzucker in den Most (nicht Wein!), um den endgültigen Alkoholgehalt zu steigern.

Konzentrationsverfahren wie Umkehrosmose oder Vakuumdestillation sind seit 2002 zugelassen. Beide sind physikalische Verfahren, um dem Most (nicht dem Wein) Wasser zu entziehen und dadurch Alkoholgehalt und Konzentration zu erhöhen.

Noch nicht erlaubt

Chips, Eichenholzschnitzel im Wein, um Holzgeschmack in den Wein zu bekommen, wurden von der EU grundsätzlich bereits zugelassen. Die Durchführungsvorschriften der Europäischen Kommission liegen derzeit bei der WTO (Welthandelsorganisation) zur Stellungnahme. Sobald dies durch ist, wird es geltendes EU-Recht und ist somit auch in Österreich gültig. Wenn auf dem Etikett in einer Formulierung darauf Bezug genommen wird, dass ein Fass zur Weinreife im Spiel war (z. B. "in Eichenfässern gereift"), muss auch ein solches verwendet werden. Österreich darf für Qualitätswein strengere Regelungen erlassen, als im EU-Recht vorgesehen.

Nicht erlaubt

Die Spinning Cone Column (SCC) ist von der OIV- noch - nicht akzeptiert, d. h. auch innerhalb der EU nicht erlaubt. Die OIV (int. Weinbauamt, Organisation Internationale de la Vigne et du Vin), die u. a. neue Technologien testet, hat keine gesetzgebende Kraft, spricht aber Empfehlungen (Verfahren werden "akzeptiert" oder nicht) aus, die in die EU-Gesetzgebung übernommen werden. (ls, DER STANDARD, Printausgabe vom 13./14.2006)

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