Genussreiche Tour im Wechselgebiet

    13. Mai 2006, 20:53
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    Kampstein: Wanderungen im Wechselgebiet erfolgen meist auf uralten Routen

    Die Menschen mieden früher die versumpften und durch Hochwässer gefährdeten Niederungen.

    Das zwischen Arabichl und Kampstein gelegene Steinerne Kreuz erinnert an die Zeiten, als sich die Äbte des Stifts Vorau in Sänften zu den Gerichtstagen in Pitten über den Wechsel tragen ließen. Aus dem 18. Jahrhundert stammen Planungen, die Hauptverbindung von der Reichshauptstadt zum Adriatischen Meer über das Wechselgebiet zu führen, später gab man aber dem Semmering den Vorzug, auf dem schon seit den Zeiten Karls VI. eine Straße bestand.

    Die Region zählt zu den geologisch ältesten in Österreich, unterliegt also schon sehr lange der Erosion. Daher fehlen extrem steile Hänge, was die Wanderungen wenig beschwerlich macht. Bei einer Beschränkung auf das "Vorfeld" des Hochwechsels ergibt das auf jeden Fall eine genussreiche Tour.

    Die Kampsteiner Schwaig hat ein neues Gasthaus erhalten. Rund um das Haus hat man eine herrliche Sicht zum Hochwechsel mit dem Wetterkoglerhaus, zum Schneeberg, zur Rax und zur Veitsch. Der felsige Gipfel des Kampsteins liegt praktisch am Weg, bietet aber wegen der vielen Bäume keine Rundsicht. Ein Abstecher von der Kampsteiner Schwaig zur nahen Frauenalpe beschert kein neues Blickfeld und zahlt sich kaum aus.

    Die Runde verlangt keine besondere Kondition, da sie im hoch gelegenen St. Peter beginnt und endet, sie führt durchwegs über die Sonnseite, aber meistens durch Wald, und ist daher schattig.

    Die Markierungen wurden in den letzten Jahren erneuert, die Aufstiegsroute hat man an einer Stelle leicht verändert, was in den Karten noch nicht berücksichtigt ist.

    Die Route: Nahe der Kirche von St. Peter am Wechsel beginnt die grün-gelbe Markierung, die anfangs etwas steil, später gemütlich zur Höhe führt. Man wechselt auf eine rot-gelbe und dann nur rote 3. Spalte Markierung, die in mäßiger Steigung zur Kampsteiner Schwaig und zum Gasthaus führt. Gehzeit: 1¾ bis 2 h.

    Für den Rückweg wählt man die blaue Markierung, auf der man zuerst in leichtem Anstieg zum Gipfel des Kampsteins gelangt, dann folgt der Abstieg zum Herrgottschnitzerhaus, das auch Franz-Kaupe-Haus genannt wird. Gehzeit ab Kampsteiner Schwaig eine Dreiviertelstunde. Weiter geht es auf der gelben Markierung, man wech 4. Spalte selt dann auf rot-gelb, erreicht die Anstiegsroute, auf der man zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Gehzeit ab Herrgottschnitzerhaus: 1½ Stunden.

    Gesamtgehzeit: 4 bis 4¼ Stunden, Höhendifferenz: rund 600 m, Gasthaus auf der Kampsteiner Schwaig und  Herrgottschnitzerhaus (Dienstag Ruhetag). Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 105 (Neunkirchen), Freytag & Berndt Wanderatlas Wiener Hausberge (Der Standard, Printausgabe 13./14.5.2006)

    Von Bernd Orfer
    • Artikelbild
      grafik: der standard
    • St. Peter am Wechsel
      www.tiscover.at

      St. Peter am Wechsel

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