Kostunica: Regierung zu Lösung von Fall Mladic entschlossen

12. Juni 2006, 14:52
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Serbischer Ministerpräsident für Wahrung des Staatenbundes

Belgrad - Serbiens Regierungschef Vojislav Kostunica bekräftigte am Donnerstag, die Entschlossenheit seiner Regierung, den Fall eines der meist gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher, des früheren Militärchefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic, zu lösen. Der Regierungschef Serbiens hatte Ende März die Festnahme Mladics bis Ende April versprochen, wozu es nicht gekommen war. Der serbische Minister für Kommunalverwaltung, Zoran Loncar, glaubt nun an eine Festnahme Mladics "in den nächsten paar Tagen".

Kostunica sprach sich bei einem Treffen höchster Vertreter Serbiens und Montenegros in Belgrad für die Wahrung des serbisch-montenegrinischen Staatenbundes aus. Es sei im eigentlichen Interesse der Völker, zusammenzuleben. Die Errichtung von neuen Grenzen und Staaten wäre kein guter Weg, meinte Kostunica. Bei dem Treffen war es vor allem um regionale Zusammenarbeit und Wirtschaftsfragen gegangen.

Die Europäische Union hatte vergangene Woche ihre Gespräche mit Belgrad über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) gestoppt, weil Mladic nicht wie versprochen gefasst wurde. Gerade das dürfte den Befürwortern einer montenegrinischen Eigenstaatlichkeit ein wichtiges Argument gegen den Staatenbund geliefert haben. In Podgorica wird mit einer schnelleren EU-Annäherung nach Erlangung der Unabhängigkeit gerechnet.

Mladic, der frühere Militärchef der bosnischen Serben wurde vor fast elf Jahren vom UNO-Tribunal wegen Völkermordes und anderer Kriegsverbrechen in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) angeklagt. (APA)

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