Anspannung im Seitenblicke- Land

12. Juni 2006, 11:10
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Rainhard Fendrichs Kokain-Geständnis macht Promis nervös - "Viele fürchten, dass daraus eine Lawine werden könnte"

Wien – Gery Fischer ist guten Mutes: "Ich habe gestern mit ihm telefoniert: Der Rainhard tritt auf." Und damit, gibt der Organisator eines Benefizkonzertes für Kinder mit Lungenhochdruck (www.meilensteine.at) zu, falle ihm ein Stein vom Herzen: Schließlich hat Rainhard Fendrich am Mittwoch per Presseaussendung nicht nur zugegeben, über Jahre hinweg gekokst zu haben, sondern auch erklärt, sich einem vierwöchigen Entzug zu unterziehen. Auf Mallorca. Doch am 20. Mai sollte er – mit Georg Danzer und Wolfgang Ambros – im Prater auftreten. "Fendrich", so Fischer, "klang viel entspannter als sonst."

Vielleicht liegt das daran, dass der Austropopper im Polizeiverhör die eigene Anspannung einfach weitergegeben hat: Neben dem eigenen Konsum soll der Barde ja auch den prominenter Mitkokser gebeichtet haben. Und während die Strafanzeige gegen ihn voraussichtlich – vermuten sein Anwalt Manfred Ainedter und einige Ermittler – zurückgelegt werden wird, zieht in Seitenblickeland Unruhe ein: Mancher sonst omnipräsente VIP ist plötzlich unerreichbar. Und alle schlagen überrascht und enttäuscht die Hände zusammen. So wie auch Fendrich selbst, als er 1997 zum Koks-Verhalten des Sängers Tony Wegas befragt wurde.

"Ziemlich vielen geht der Arsch gerade auf Grundeis", will da allerdings Isabella Großschopf vom Seitenblicke- Magazin tiefere Einblicke haben – und zwar "durchaus auch Leuten, die Fendrich in seinem Rundumschlag sicher nicht genannt hat. Viele fürchten, dass daraus eine Lawine werden könnte."

Nicht zuletzt, weil die in News angedeuteten Koks-Promis "so ziemlich jeder in Wien" (Großschopf) anhand der gewählten Umschreibungen ("wortgewandter Journalist, namhafter Regisseur, prominenter Heurigenwirt" et al.) identifizieren könne. Denn: "Es gibt da meist mehrere passende Kandidaten" – wenn es um den eigenen Kopf gehe, würde jeder Namen nennen: "Dass das irgendwann passieren würde", ist sich Großschopf sicher, "war jedem in Wien klar – dass es Fendrich als Ersten erwischte, ist aber Zufall." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD – Printausgabe, 12. Mai 2006)

  • "Fendrich im Schnee"
    cartoon: standard

    "Fendrich im Schnee"

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