Zinsentwicklung und Bankaktien

28. Juni 2006, 12:42
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Nicht nur das absehbare Ende der Zinsan­hebungen hat bei US-Bankaktien zuletzt für Rückenwind gesorgt - Von Monika Rosen

Die amerikanische Notenbank hat am 10. Mai erwartungsgemäß die Zinsen um 25 Basispunkte auf 5 % angehoben. Die Unsicherheit im Markt bezüglich der weiteren Zinsentwicklung scheint damit aber noch nicht ausgeräumt. Zuletzt gab es ja einige Äußerungen des Fed Präsidenten Bernanke, die darauf abzielten, dass die Fed möglicherweise bei der nächsten Sitzung (28. Juni) eine Pause einlegen könnte, um mehr Daten abzuwarten. Gleichzeitig hat Bernanke aber mehrfach betont, dass ein derartiger Schritt eben eine Pause darstelle und nicht bedeute, dass damit der Zinsanhebungszyklus schon beendet sei.

Der Aktienmarkt würde ein eindeutiges Signal bezüglich Zinsentwicklung zwar goutieren, hat sich im Moment aber offenbar damit abgefunden, dass ein solches Signal noch einige Zeit auf sich warten lassen wird. Dennoch gibt es unter den Analysten schon erste Stimmen, die sich auf eben dieses Szenario – Ende der Zinsanhebungen in den USA – vorbereiten. Ein Sektor, der davon sicher profitieren würde, sind die Banken. Schon seit einiger Zeit wird die Branche von einigen Analysten hoch gestuft, und die Entwicklung der letzten Wochen zeigt auch ganz deutlich, dass die Finanzdienstleister zumindest nicht mehr zu den Underperfomern gehören.

Üblicherweise bleiben Bankaktien in Zeiten steigender Zinsen hinter dem breiten Markt zurück. Das war auch in diesem Zyklus der Fall. Ein Index der größten US Bankaktien liegt im Zeitraum seit Juni 2004, dem Beginn der Zinsanhebungen in den USA, hinter dem breiten S&P 500. Erst in den letzten Wochen hat sich dieses Verhältnis umgekehrt, die Bankaktien beginnen deutlich Stärke gegenüber dem Markt zu zeigen.

Aber nicht nur die Tatsache, dass ein Ende der Zinsanhebungen in Sicht ist, hat bei US Bankaktien zuletzt für Rückenwind gesorgt. In den letzten Jahren wurden die Bewegungen am Kapitalmarkt immer wichtiger für die Ertragsentwicklung der Banken. Die Tatsache, dass die Börsen schon seit Herbst 2003 sehr gut laufen, wirkt hier also unterstützend. Dazu kommt die deutliche Belebung bei Übernahmen und Fusionen (M&A), die ebenfalls für Ertragsphantasie sorgt.

Vor diesem Hintergrund raten wir bei amerikanischen Bankwerten zum selektiven Einstieg und nennen als unseren Favoriten die Citigroup.

Die Autorin ist Chefanalystin bei BA-CA Asset Management

Alle Angaben trotz größter Sorgfalt ohne Gewähr. Die Informationen beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig erachten. Eine Garantie für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit kann ebenso wenig übernommen werden wie für das Eintreten der Prognosen. Alle Meinungsaussagen geben lediglich die aktuelle Einschätzung der Autoren wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung wieder ändern kann.
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    Bankaktien begannen in den letzten Wochen deutlich Stärke gegenüber dem Markt zu zeigen.

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