Teure Legionäre machten sich bezahlt

23. Juni 2006, 17:01
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Sevillas gewinnbringende Torschützen wurden um viel Geld eingekauft - Engländer klar unterlegen, aber "stolz"

Eindhoven - Ein Brasilianer, ein Italiener und ein Franzose haben am Mittwoch für den größten Erfolg des spanischen Fußballklubs FC Sevilla gesorgt. 60 Jahre nach ihrem einzigen Meistertitel gewannen die Andalusier durch Tore der drei um viel Geld geholten Legionäre Fabiano, Maresca und Kanoute den UEFA-Cup durch ein 4:0 (1:0) im Endspiel in Eindhoven gegen den Middlesbrough FC. Dem designierten englischen Teamchef Steve McClaren war damit in seinem letzten Spiel als "Boro"-Coach kein Abschiedsgeschenk vergönnt.

Gute Verlierer

"Sevilla war stärker, aber der Unterschied war nicht vier Tore", meinte der scheidende Trainer der Engländer nach Spielende. "Das sollte nicht das Ende sein, sondern ein Schritt ins nächste Level. Der Klub hat einen tollen Präsidenten und viele Talente", erklärte McClaren. Der vom Coach gelobte Klubchef Steve Gibson schlug in die selbe Kerbe: "Wir hätten es nicht verdient gehabt, zu gewinnen. Ich habe den Spielern gesagt, dass ich stolz auf sie bin. Wir sind ein stolzer Klub, und müssen von dieser Erfahrung lernen."

Die Andalusier waren in dem flotten und durch wenige Unterbrechungen gestörten Endspiel ihren Gegnern klar überlegen gewesen. Im Sommer hatte der FC Sevilla hoch gepokert und kolportierte zwölf Millionen Euro in die Verpflichtung von drei Spielern investiert: Luis Fabiano vom FC Porto, Enzo Maresca vom AC Fiorentina und Frederic Kanoute von Tottenham Hotspur. Eben diese Akteure sorgten dann im Finale für Zählbares, der Italiener Maresca trug sich sogar zweimal in die Torschützenliste ein und wurde zum besten Spieler des Abends gekürt.

Großes geschaffen

"Mein Team hat ein großes Spiel gemacht. Ich bin froh, dass unser Willen, offensiv zu spielen, belohnt wurde. Das erste Tor hat unsere Verkrampfung gelöst", meinte Trainer Juande Ramos, der den spanischen Klub auch noch in die Champions League führen kann. Als Tabellen-Fünfter weisen die Andalusier in der Primera Division bei einem Spiel weniger nur drei Zähler Rückstand auf den dafür benötigten vierten Rang auf. "Ich bin manchmal kritisiert worden in dieser Saison, aber ich glaube, wir haben etwas Großes geschaffen", meinte der Coach.

Der rekonvaleszente Middlesbrough-Verteidiger Emanuel Pogatetz, der die 90 Minuten von der Tribüne aus hatte erleiden müssen, verpasste damit die Chance, als erster Österreicher nach Wolfgang Feiersinger 1998 (Champions-League-Sieger mit Dortmund) wieder eine Europacup-Trophäe zu gewinnen. Wie der aktuelle Teamspieler war allerdings auch der langjährige Salzburg-Libero im Endspiel gegen Juventus nur Zuschauer gewesen. (APA/Reuters)

  • Sevillas Vincenzo Maresca (L) und Frederic Kanoute (R) beim Torjubel.
    foto:epa/antonisse

    Sevillas Vincenzo Maresca (L) und Frederic Kanoute (R) beim Torjubel.

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    Luis Fabino fliegt förmlich nach seinem Treffer.

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