Morales: Keine Entschädigung nach Verstaatlichung

7. Juni 2006, 16:30
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"Wenn wir technische Anlagen und Ausrüstung enteignet hätten, würde es um Entschädigungen gehen, aber in diesem Fall haben wir niemanden enteignet"

Wien - Der bolivianische Präsident Evo Morales hat Entschädigungen für die von der Verstaatlichung des Energiesektors betroffenen Unternehmen abgelehnt.

Wenn Firmen ihre Investitionen in Bolivien wieder hereinbekämen, bestehe kein Anlass für Entschädigungen, sagte Morales am Donnerstag vor Beginn eines Gipfeltreffens zwischen der Europäischen Union (EU) und Lateinamerika in Wien. "Wenn wir technische Anlagen und Ausrüstung enteignet hätten, würde es um Entschädigungen gehen, aber in diesem Fall haben wir niemanden enteignet", sagte er. Der linksorientierte Politiker hatte am 1. Mai ein Dekret zur Verstaatlichung der Gas- und Ölförderung im Land unterzeichnet. Die Unternehmen müssen demnach ihre Lizenzen an den Staat abtreten und neue Betriebsverträge aushandeln.

"Jedes Land hat das Recht, seine Rohstoffe zu verteidigen oder zu verstaatlichen", sagte Morales. Er sehe keinen Grund, warum er diesen Schritt mit Investoren oder den Nachbarstaaten zuvor absprechen hätte sollen, verteidigte der Präsident sein Vorgehen. Mit der Verstaatlichung der Rohstoffe wolle er die Armut bekämpfen, sagte Morales. Bolivien ist das ärmste Land in Südamerika, hat aber nach Venezuela die zweitgrößten Gasreserven in der Region. (Reuters)

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    Evo Morales beim EULAC-Gipfel in Wien

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