Stagnation im Lebensmittelhandel

31. Mai 2006, 12:32
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Flächenexpansion bei Supermärkten und Diskontern - 274 kleine Geschäfte mussten im Vorjahr zusperren

Wien - Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel hat 2005 Umsätze von 14,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das kleine Plus von 2,2 Prozent wurde aber durch die Inflation von 2,3 Prozent aufgefressen.

2005 seien erneut zwei Faktoren erkennbar gewesen, erklärte Martin Prantl, Chef der Österreich-Niederlassung des Marktforschungsinstituts ACNielsen: "Zum Einen die Expansion der Diskonter Hofer, Penny, Plus und Lidl, und zum zweiten nahm die Handelskonzentration weiter zu." Die drei größten Anbieter - Rewe, Spar und Hofer - würden mittlerweile mehr als drei Viertel des Gesamtumsatzes erwirtschaften, wobei die Diskont-Umsätze auf Schätzungen beruhen. Die größten Verlierer seien kleine Kaufleute. Ein Ende dieses Trends sei nicht absehbar. Insgesamt haben im Vorjahr 165 Lebensmittel-Geschäfte geschlossen, verbleiben 6232 Shops.

Gesamtfläche gestiegen

Obwohl anzahlmäßig ein Geschäfts-Rückgang zu beobachten war, stieg die Gesamtfläche im österreichischen Lebensmittelhandel geringfügig auf 2,6 Mio. Quadratmeter Verkaufsfläche. Vor allem Großflächen-Supermärkte und Verbrauchermärkte haben ihre Präsenz ausgebaut. Im Diskontbereich haben 59 neue Shops geöffnet: 29 Hofer-und 30 neue Lidl-Filialen. Die Geschäftsdichte an Verbraucher- und Supermärkten sei in Österreich im Vergleich zu Europa bereits "extrem hoch".

"Österreich ist ein Land der Supermärkte", sagte Prantl. Die Kunden seien jedoch nicht sehr loyal. Bis zu fünf verschiedene Geschäfte pro Monat werden von einem Kunden im Durchschnitt besucht.

Rewe bleibt Platzhirsch

Der Marktführer im heimischen Lebensmittelhandel bleibt mit einem Umsatzanteil von 29,5 Prozent die Rewe Gruppe (Billa, Merkur, Penny und Kooperation mit Sütterlüty). Die Nummer zwei, Spar, legte rückt mit 27,6 Prozent Umsatzanteil an den Branchenprimus heran. An dritter Stelle liegt Hofer mit einem geschätzten Umsatzanteil von 18,8 Prozent.

Die Drogeriemärkte (Bipa, dm und Schlecker) verbuchten 2005 inflationsbereinigt wie im Vorjahr ein leichtes Minus. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.5.2006)

  • Laut Studie ist das sinkende Preisniveau bei den Waren mithin ein Grund für die stagnierenden Umsätze.
    foto: christian fischer

    Laut Studie ist das sinkende Preisniveau bei den Waren mithin ein Grund für die stagnierenden Umsätze.

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